Die W3 in Ichenhausen, eine einstmals pulsierende Kultdisco am Wettenhauser Weg, steht wieder im Fokus der Öffentlichkeit. Nach dem vielversprechenden Wiedereinstieg im Oktober 2022, als die Disco nach einer langen Pause ihre Türen wieder öffnete, musste sie bereits Mitte Dezember desselben Jahres erneut schließen. Berichten von augsburger-allgemeine.de zufolge war die Schließung von einem Vorfall begleitet, der die Gemüter erhitzte: Der Geschäftsführer erstattete Anzeige gegen den Clubbesitzer Harry Tastan. Dieser gab an, auf Betrüger hereingefallen zu sein und sich in einer schwierigen Situation schützen zu müssen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und seither sind mehr als sechs Monate ins Land gezogen.
Das W3 ist seit seiner Eröffnung vor 25 Jahren unter der Regie von Harry Tastan ein beliebter Anlaufpunkt für Nachtschwärmer gewesen. Ursprünglich tanzten zahlreiche junge Leute zu Foxtrott, Disco und Soul, jedoch hat sich das Musikangebot über die Jahre gewandelt. Einige Zeit später bereits in den 1990ern, beeinflusst von der Grunge-Welle, zog eine neue Generation von Clubgängern in die Disco, sodass sich die Musikrichtung hin zu angesagten Hits in den Bereichen Charts, Black Music, R’n’B und House Music verlagert hat, wie die auffindbare Quelle feststellt.
Erhalt des familiären Flairs
Trotz der Herausforderungen, denen sich das W3 gegenübersieht, hat der Club seinen familiären Charakter beibehalten. Unter dem Junior-Chef Ari Tastan wird Wert darauf gelegt, die Getränkepreise fair zu gestalten, was häufig zu einem angenehmen und einladenden Ambiente führt. Dies zeigt, dass trotz der Veränderungen in der Clubkultur, die an anderen Orten teuren Eintritt und exorbitante Getränkepreise zur Norm gemacht haben, hier ein anderes Konzept verfolgt wird.
Der Wandel der Clubkultur hat sich über die Jahrzehnte hinweg stark verändert. Von den Jazzkellern der 1920er Jahre bis hin zu den virtuellen Dancefloors von heute ist die gesamte Erlebniswelt faszinierend vielfältig geworden. Die Wurzeln reichen zurück bis in die Prohibitionszeit, als Geheimtreffpunkte trotz Alkoholverbots Getränke servierten und sich die Disco-Ära mit Glamour und Extravaganz entzündete. Clubs entwickelten sich zu sozialen Schmelztiegeln, in denen musikalische Trends ihre Wurzeln fanden und über inoffizielle Partys, sogenannte Raves, auch technologische Innovationen, wie visuelle Effekte und Lichtshows, Einzug hielten. Dies alles hat, wie theclubmap.com, aufzeigt, die Clubkultur geprägt.
Heute stehen Clubs wie die W3 vor neuen Herausforderungen. Der gesellschaftliche Trend hin zu verantwortungsvollem Feiern und einem Fokus auf Nachhaltigkeit fordert immer mehr Clubbesitzer heraus, interessante Konzepte zu entwickeln. Die Pandemie hat die Clubszene stark beeinflusst, viele Clubs mussten schließen, doch hat auch neue Wege eröffnet, beispielsweise durch Livestreams und digitale Interaktionen. Nun bleibt abzuwarten, wie sich die W3 und ihre Lebendigkeit in Ichenhausen behaupten können.
Auf die kommenden Monate darf man gespannt sein. Wird die W3 ihren Platz in der Ichenhausener Nachtlandschaft zurückgewinnen? Die Hoffnung ist groß, dass der Club bald wieder ein Ort der Begegnungen und des unbeschwerten Feierns wird.





