In Landensberg weht ein frischer Wind – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der neu verabschiedete Regionalplan Donau-Iller sieht eine Fläche von über 200 Hektar im nordöstlichen Bereich von Landensberg für Windkraftanlagen vor. Diese Flächen erstrecken sich nicht nur bis zur Landkreisgrenze, sondern betreffen auch die Gemarkung Rechbergreuthen. Ein kleiner Teil des Areals fällt zudem in das Hoheitsgebiet der Gemeinde Landensberg. Die Idee hinter diesem ambitionierten Projekt ist es, die Nutzung erneuerbarer Energien voranzutreiben und somit einen wichtigen Schritt beim Erreichen der Klimaziele zu leisten. Augsburger Allgemeine berichtet, dass diese Pläne jedoch auch auf Unsicherheiten und Sorgen in der Bevölkerung stoßen.
Doch wie kam es überhaupt zu dieser Entwicklung? Der Regionalplan wurde am 5. Dezember 2023 von der Verbandsversammlung als Satzung beschlossen. Im Einvernehmen mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie erfolgte die Genehmigung des Plans am 2. Dezember 2024. Damit steht fest: Ab dem 21. Dezember 2024 sind die Rahmenbedingungen für die Windkraftnutzung im Raum Donau-Iller verbindlich. Regionalverband Donau-Iller gibt Auskunft über die genauen Details und die Möglichkeit, den Plan in der Geschäftsstelle des Regionalverbandes einzusehen.
Bürgermeister äussert Bedenken
Bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates äußerte Bürgermeister Leonhard Steinle Besorgnis über die Pläne. Es ist klar: Die lokalen Entscheidungsträger haben nicht nur die Vorteile im Blick, sondern auch die Herausforderungen, die mit der Umsetzung der Windkraftanlagen verbunden sein könnten. Die Bevölkerung fragt sich, welche Auswirkungen solche Großprojekte auf die regionale Landschaft und die lokale Umwelt haben. Steinle scheint ein gutes Gespür für die Stimmung der Bürger:innen zu haben und will deren Bedenken ernst nehmen.
Im Kontext der gesamten Debatte um erneuerbare Energien lässt sich auch ein breiterer Trend erkennen: Der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte in Deutschland lag im Jahr 2024 bei 18,1%, ein kleiner Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Bundeswirtschaftsministerium zeigt, dass die Nutzung von Technologien wie Wärmepumpen zunimmt, auch wenn die Biomassenutzung rückläufig ist. Dies spiegelt den allgemeinen Trend wider, der die Notwendigkeit unterstreicht, alternative Energiequellen zu erschließen.
Ökonomische Perspektiven
Ein weiterer Aspekt, der nicht außer Acht gelassen werden sollte, sind die wirtschaftlichen Chancen, die mit Investitionen in erneuerbare Energien verbunden sind. Zwar ist die Investitionssumme in diesem Bereich von 38,1 Mrd. Euro im Jahr 2023 auf 32,0 Mrd. Euro im Jahr 2024 gesunken, die Beschäftigung in der Branche hat sich dennoch positiv entwickelt. Über 406.000 Menschen waren Ende 2023 im Sektor der erneuerbaren Energien beschäftigt, was einen Zuwachs von fast 7% im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.
Die Zukunft der Windkraft in Landensberg verspricht also nicht nur Fortschritt im Bereich der nachhaltigen Energieproduktion, sondern auch eine vitalere Diskussion darüber, wie solche Projekte in Einklang mit den Bedürfnissen der Bevölkerung und der Erhaltung der Umwelt gebracht werden können. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Situation weiterentwickelt und welche Entscheidungen die Gemeindeverwaltung letztlich treffen wird.