In einer besorgniserregenden Entwicklung verstärkt die Rösler Oberflächentechnik GmbH in Memmelsdorf ihre Maßnahmen zur Anpassung der Belegschaft. Bis April 2026 plant das Unternehmen den Abbau von 65 bis 70 Stellen, was etwa 6,5 Prozent der aktuellen 1009 Mitarbeitenden entspricht. Wie inFranken berichtet, soll die tatsächliche Zahl der Entlassungen durch interne Versetzungen, flexible Arbeitszeitmodelle und natürliche Fluktuation auf 35 bis 40 Personen gesenkt werden.

Diese schwierige Entscheidung fällt nicht leicht, denn die Rösler-Gruppe stellt seit über 90 Jahren Maschinen und Anlagensysteme für die Gleitschliff- und Strahltechnik her. Der Grund für den Stellenabbau sind „historisch niedrige Auftragseingänge“ und herausfordernde wirtschaftliche Rahmenbedingungen in Deutschland. Trotz einer Hoffnung, den Personalabbau durch Kurzarbeit und Kostensenkungsmaßnahmen abwenden zu können, sah sich das Unternehmen gezwungen, den wachsenden Druck zu berücksichtigen.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Branchensituation

Der Stellenabbau bei Rösler spiegelt ein breiteres Problem der deutschen Industrie wider. Laut ZDF heute wurden im Jahr 2023 bereits 70.000 Stellen in der deutschen Industrie gestrichen, und Unternehmen wie Audi, Siemens und Continental planen ebenfalls drastische Personalreduzierungen. Die führenden Köpfe in der Wirtschaft sind besorgt über die Dauer der aktuellen Wirtschaftssituation. Martin Lück, Geschäftsführer von Macro Monkey, hebt hervor, dass die deutsche Wirtschaft nun schon seit über zwei Jahren schwächelt.

Im Januar 2025 waren bereits fast drei Millionen Menschen ohne Arbeit, und die Arbeitslosenquote stieg auf 6,4 Prozent. Für 2025 wird eine zusätzliche Erhöhung der Erwerbslosenquote um 140.000 auf 2,92 Millionen prognostiziert. Klaus Wohlrabe vom Ifo-Institut hat die fortdauernde Notwendigkeit zum Stellenabbau bereits frühzeitig angekündigt.

Der Weg nach vorn: Weiterbildung und Marktanpassung

Doch nicht alles ist düster. Enzo Weber, Arbeitsmarktforscher am IAB, warnt davor, dass sinkende Investitionen und eine Abnahme bei Neugründungen das Problem weiter verschärfen können. Dennoch sieht er einen Ausweg: Die Unternehmen müssen ihre Mitarbeitenden gezielt weiterbilden und umschulen, um sich an die Marktentwicklungen anzupassen und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Hoffnungen auf eine schnellere Erholung werden durch Fiskalpakete des Bundes genährt.

Zusätzlich wird der Standort Bad Staffelstein/Hausen im Landkreis Lichtenfels von den Personalreduzierungen bei Rösler nicht betroffen sein, was Hoffnung für die Beschäftigten vor Ort bringt. Auch der Kunststoffverarbeiter Rehau kündigte einen Stellenabbau von über 100 Jobs an, vor allem in Franken, was die ohnehin angespannte Lage im Landkreis weiter kompliziert.

Wie es scheint, bringt die aktuelle wirtschaftliche Lage nicht nur Herausforderungen mit sich, sondern auch die zwingende Notwendigkeit zur Anpassung in der Branche. Die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, wie Unternehmen wie Rösler und ihre Mitarbeitenden mit diesen Veränderungen umgehen können und welche Maßnahmen ergriffen werden, um die Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen.