Heute ist der 11.02.2026. In der Weltpolitik stehen wir an einem entscheidenden Wendepunkt. Deutschland und Europa konnten sich über Jahrzehnte auf das transatlantische Bündnis und die USA verlassen. Doch mit der Präsidentschaft von Donald Trump ist diese Gewissheit ins Wanken geraten. Die Außenpolitik wird zunehmend als unberechenbar wahrgenommen. Der Einfluss autokratischer Führer wie Wladimir Putin und Xi Jinping wirft viele Fragen auf, insbesondere hinsichtlich der zukünftigen Entwicklungen im Ukraine-Konflikt und der Situation im Nahen Osten, insbesondere im Iran. In diesem Kontext thematisiert eine BR-Sondersendung der Münchner Runde und des BR-Politikmagazins Kontrovers die notwendigen Weichenstellungen für Deutschland und Europa im Vorfeld der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz, die im Hotel „Bayerischer Hof“ stattfinden wird. Moderiert wird die Sendung von Birgit Kappel und Christian Nitsche, wobei auch Gäste wie Manfred Weber (CSU, EVP), Prof. Peter R. Neumann (Politikwissenschaftler, King’s College London) und Katja Gloger (Journalistin und Buchautorin) zu Wort kommen. Ein kurzes Interview mit Wolfgang Ischinger, dem Vorsitzenden der Münchner Sicherheitskonferenz, wird ebenfalls präsentiert. Weitere Experten werden vor Ort erwartet, um aktuelle Herausforderungen zu diskutieren.

Die Herausforderungen der transatlantischen Beziehungen

Ein Blick auf die Entwicklungen der letzten Jahre zeigt, dass die transatlantischen Beziehungen stark belastet sind. J.D. Vance hielt 2025 eine Rede bei der Münchner Sicherheitskonferenz, die als Auftakt zu einem schwierigen Jahr für diese Beziehungen gilt. Der US-Vizepräsident äußerte Vorwürfe gegenüber europäischen Partnern, was bei den Konferenzteilnehmern für Fassungslosigkeit sorgte. Ein Jahr später, vor der Sicherheitskonferenz 2026, sind die Konflikte nach wie vor präsent. Der Ukraine-Krieg sowie Zolldrohungen von Donald Trump werfen Schatten auf die Partnerschaft zwischen Europa und den USA. Außenminister Marco Rubio wird für die Konferenz 2026 in München erwartet, obwohl dies noch nicht offiziell bestätigt ist.

Wolfgang Ischinger, der die Konferenz leitet, hat von einem massiven Vertrauensverlust im transatlantischen Verhältnis berichtet. Der „Munich Security Report“ spricht von einer „Abrissbirnen-Politik“, die von der US-Regierung unter Trump vorangetrieben wurde. Um diesen Vertrauensverlust zu überwinden, ist die Präsenz von Kongressmitgliedern in München von großer Bedeutung, um den Dialog zwischen den Kontinenten zu fördern. Kanzler Friedrich Merz wird die Konferenz eröffnen und plant, Änderungen am Grundgesetz zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben vorzunehmen. Interessant ist auch, dass die AfD wieder bei der Konferenz vertreten sein wird, was zu Kritik von SPD und Grünen führt. Drei AfD-Politiker erhalten Einladungen, während die Chefin Alice Weidel keine Einladung erhielt. Ischinger verteidigt diese Einladungen und betont die Notwendigkeit, Vertrauen wiederherzustellen und konkrete Entscheidungen in der europäischen Politik zu treffen.

Die Rolle von Kerneuropa

Probleme im Verhältnis zwischen Paris und Berlin werden als Hindernisse für eine effektive europäische Zusammenarbeit identifiziert. Ischinger plädiert für ein Kerneuropa, das bei wichtigen Entscheidungen vorangeht und warnt davor, die Zeit, die der Ukraine gegeben wird, ungenutzt verstreichen zu lassen. Die Herausforderungen, vor denen Europa steht, erfordern ein entschlossenes Handeln und eine enge Zusammenarbeit, um die Stabilität und Sicherheit auf dem Kontinent zu gewährleisten.

Insgesamt zeigt sich, dass die Münchner Sicherheitskonferenz in diesem Jahr nicht nur ein Forum für den Austausch von Ideen ist, sondern auch ein entscheidender Ort, um die zukünftige Ausrichtung der transatlantischen Beziehungen zu gestalten. Die Entwicklungen und Diskussionen werden zweifellos weitreichende Auswirkungen auf die geopolitische Landschaft haben.

Für weitere Informationen zu diesen Themen besuchen Sie bitte die BR-Website sowie die FAZ-Artikel.