In einem aufsehenerregenden Fall von Mietwagenbetrug sind ein Pärchen aus Portugal an Deutschland ausgeliefert worden. Die beiden stehen unter dem Verdacht, in München Luxusautos gemietet und diese anschließend nicht zurückgegeben zu haben. Die Ermittlungen haben ergeben, dass die Fahrzeuge ins Ausland geschafft und über eine kriminelle Organisation verkauft wurden. Besonders brisant ist die Tatsache, dass der 32-jährige Mann zusätzlich beschuldigt wird, in Deutschland weitere Personen für diese kriminellen Aktivitäten angeworben zu haben. Die Festnahme des Pärchens erfolgte am 28. Januar auf der Azoren-Insel São Miguel, wie in einem Bericht der Frankenpost zu lesen ist.

Doch dieser Fall ist nur die Spitze eines Eisbergs. Am 10. Januar 2024 haben italienische und deutsche Behörden zusammen mit der EU-Agentur EUROJUST ein umfangreiches Geldwäschenetzwerk ausgehoben. Die Ermittlungen, die bereits 2019 von der deutschen und italienischen Justiz gestartet wurden, führten zur Festnahme von sieben Verdächtigen in Italien und Deutschland. Diese hatten eine Autovermietungsagentur genutzt, um Erlöse aus Drogenhandel, Erpressung und illegalen Wetten zu waschen. Besonders perfide war, dass die Autovermietung, die in Deutschland registriert war, über 150 Fahrzeuge für Langzeitmieten von drei bis vier Jahren an Kunden in Italien vermietete. Gefälschte Mietverträge ermöglichten es, diese in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge an italienische Kunden zu liefern, die ihre Raten mit kriminellen Erlösen beglichen. Die Details dieser Ermittlungen sind in einem Bericht von Geldwäschebeauftragter festgehalten.

Verstrickungen in die italienische Mafia

Die Verbindungen zu mafiösen Strukturen sind alarmierend. Die Festgenommenen stehen in direkter Verbindung mit der italienischen Mafiaorganisation Camorra. Diese Organisation hat sich einen zweifelhaften Ruf durch ihre kriminellen Aktivitäten erworben. Die umfassenden Ermittlungen und die Einrichtung einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe (GEG) im Jahr 2020 wurden durch EUROJUST intensiv unterstützt, nicht nur finanziell, sondern auch organisatorisch. Dies zeigt, wie ernst die Behörden die Bekämpfung der Geldwäsche und der organisierten Kriminalität nehmen.

Im Rahmen dieser großangelegten Aktion wurden nicht nur die Verdächtigen festgenommen, sondern auch bedeutende Vermögenswerte beschlagnahmt. Ein Unternehmen, ein Immobilienkomplex und fast 100 luxuriöse Fahrzeuge wurden eingezogen. Zudem wurden 14 deutsche Bankkonten mit einem Gesamtwert von 142.000 Euro eingefroren. Auch Bargeld in Höhe von 25.000 Euro sowie Schmuck und Uhren fanden ihren Weg in die Hände der Ermittler. Ein italienisches Bankkonto wurde ebenfalls beschlagnahmt, was die Dimensionen dieses kriminellen Netzwerks noch deutlicher macht. Weitere Informationen zu diesen Entwicklungen sind in einem Artikel von Ferner-Alsdorf zu finden.

Insgesamt zeigen diese Fälle, wie komplex und weitreichend die Strukturen der organisierten Kriminalität sind, die oft über nationale Grenzen hinweg operieren. Die enge Zusammenarbeit der internationalen Behörden ist entscheidend, um diesen Herausforderungen wirksam zu begegnen und die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten.