In Bayern brodelt es, und viele Eltern sind aufgebracht. Heute hat Oliver Bernt aus Coburg im Landtag stolze 211.111 Unterschriften für den Erhalt bayerischer Familienleistungen überreicht. Die Petition, bei der auch die Münchener Mit-Petentin Jennifer Barther tatkräftig zur Seite steht, richtet sich gegen die plötzliche Entscheidung von CSU-Ministerpräsident Markus Söder, das zum 1. Januar 2026 angekündigte Kinderstartgeld von 3.000 Euro pro Kind nicht einzuführen. „Viele Eltern haben mit diesem Geld gerechnet“, erklärt Bernt und kritisiert die Verlässlichkeit der Politik. Söder hatte das Kinderstartgeld erst Ende Oktober 2023 versprochen, und nun befürchten viele, dass wertvolle Unterstützung auf der Strecke bleibt.
Bei der Übergabe der Unterschriften an Doris Rauscher von der SPD, die den Vorsitz im Sozialausschuss hat, wird klar: Der Druck auf die Politik ist spürbar. Rauscher hofft, dass die Gesänge der besorgten Eltern in den Hallen des Landtags Gehör finden und die Diskussion über die Wiedereinführung von Familienleistungen entfachen. Der Rückschritt, der mit dem Wegfall des einkommensabhängigen Krippengeldes für ärmere Familien einhergeht, bleibt nicht ohne Folgen.
Betreuungsplätze fehlen
In Bayern gibt es schon jetzt einen Mangel an Betreuungsplätzen für kleine Kinder, und das eingesparte Geld wird wohl kaum dazu beitragen, neue Kita-Plätze zu schaffen. „Zahlreiche Eltern stehen vor der Herausforderung, die Kosten für Krippenplätze zu stemmen“, warnt Bernt, während die Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) auf die umgeschichteten Mittel verweist, die nun in die Betriebskostenförderung fließen. Sie zeigt Verständnis für den Ärger der Eltern, lehnt aber eine Übergangsregelung ab, da dies die finanzielle Unterstützung für Kitas gefährden könnte. Wer sich keine Krippenplätze leisten kann, wird an die „Wirtschaftliche Jugendhilfe“ verwiesen.
Bayern investiert jedoch nicht nur in die politischen Manöver. Entscheidungen über die Verwendung der Mittel zielen darauf ab, eine hochwertige, verlässliche und bezahlbare Kinderbetreuung in ganz Bayern zu gewährleisten, wie die Regierung in einer Mitteilung beschreibt. Es geht darum, stabile und bezahlbare Betreuungsplätze sowie qualifiziertes Personal in Kitas und Krippen zu fördern, um frühkindliche Bildung als Schlüssel für Chancengleichheit zu stärken. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Wertevermittlung und Demokratiebildung gelegt – Säulen für eine gesunde Gesellschaft.
Frühkindliche Bildung als Zukunftsinvestition
Die Bertelsmann-Stiftung unterstreicht in ihren Berichten, wie wichtig der Zugang zu guter Bildung und zu bildungsfördernden Lebenswelten für die individuelle Entwicklung von Kindern ist. So wird deutlich, dass nicht nur eine quantitative, sondern auch eine qualitative Verbesserung der Bildungs- und Betreuungsangebote gefragt ist. Der Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme liefert wertvolle Daten über die Anzahl der betreuten Kinder sowie die Verhältnisse von pädagogischen Fachkräften.
Es bleibt abzuwarten, ob die Elternbewegung aus Bayern der Politik einen Denkzettel verpassen kann. Eines steht fest: Der Ruf nach besserer Betreuung und Unterstützung für Kinder und Familien hat höchste Priorität. Schließlich ist jeder Euro, der in die frühkindliche Bildung investiert wird, eine Investition in die Zukunft Bayerns.
Wird die Regierung reagieren? Die Zeit wird es zeigen.
Für ausführliche Informationen besuchen Sie bitte die Seiten von BR, STMAS und Bertelsmann Stiftung.