In der Februar-Sitzung des Bauausschusses des Kaufbeurer Stadtrats wurde die spannende Idee eines Bücherschranks für Neugablonz im Gablonzer Haus diskutiert. Diese Initiative zielt darauf ab, einen frei zugänglichen Ort zu schaffen, an dem Bürger Bücher einstellen, ausleihen und tauschen können. Trotz der Unterstützung durch die Stadtverwaltung gibt es einige Herausforderungen: Der Standort Gablonzer Haus ist aus brandschutzrechtlichen Gründen nicht geeignet, und die Stadt kann kein Personal zur Betreuung des Bücherschranks bereitstellen. Dennoch möchte die Stadt die Idee umsetzen und sucht nach geeigneten Standorten in Neugablonz, die gut sichtbar, sicher zugänglich und wettergeschützt sind. Bürger und Initiativen sind eingeladen, Vorschläge einzureichen und sich als Betreuungsteam zu melden.
Der Bücherschrank soll ohne Anmeldung genutzt werden können und fördert nicht nur die Lesefreude, sondern auch das Miteinander im Stadtteil. Eine engagierte Gruppe oder ein Verein wird gesucht, um den Betrieb zu übernehmen. Zu den Aufgaben dieser Gruppe gehören regelmäßige Sichtkontrollen, das Ordnen der Bücher und das Entfernen beschädigter Exemplare. Die Vorteile eines öffentlichen Bücherschranks sind vielfältig: Er trägt zur Bildung und Lesefreude aller Altersgruppen bei, fördert den nachhaltigen Umgang mit Büchern und schafft einen wichtigen Begegnungsort im Stadtteil, der das Gemeinschaftsgefühl und ehrenamtliches Engagement stärkt.
Aufruf zur Beteiligung
Die Stadtverwaltung von Kaufbeuren ermutigt interessierte Bürger und Initiativen, sich aktiv zu beteiligen. Wer Ideen für Standorte hat oder sich in einem Betreuungsteam engagieren möchte, kann sich an das Team von Kaufbeuren-aktiv, Bildungsbüro, wenden. Diese Initiative ist nicht nur ein Schritt zur Förderung der Lesekultur, sondern auch eine Möglichkeit, das ehrenamtliche Engagement in der Gemeinde zu stärken.
Zusätzlich zu den lokalen Bemühungen gibt es bundesweit Initiativen wie die Stiftung Lesen, die sich der Leseförderung von Kindern und Jugendlichen widmet. Unter dem Titel „Mit Freu(n)den lesen – mit Spiel, Spaß und Kreativität Lesewelten erlebbar machen“ gründet die Stiftung Leseclubs, die wöchentliche Aktionen anbieten. Diese werden von qualifizierten Ehrenamtlichen geleitet und finden in lokalen Einrichtungen wie Bibliotheken oder Familienzentren statt. Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche, insbesondere aus sozialen oder bildungsbezogenen Risikolagen. Das Angebot erfolgt ohne Leistungsdruck und fördert den Zugang zu einem breiten Medienangebot.
Die Rolle der Bücherschränke
Bücherschränke spielen eine zentrale Rolle im Bereich der Leseförderung. Sie bieten nicht nur einen kostenfreien Zugang zu Literatur, sondern fördern auch das Recycling von Büchern. Es gibt jedoch nur wenige Bücherschränke, die speziell für Kinder- und Jugendliteratur konzipiert sind. Um den Betrieb solcher Bücherschränke zu realisieren, sind verschiedene Schritte notwendig: von der internen Abstimmung über die Art des Bücherschranks bis hin zur Klärung der rechtlichen und materiellen Voraussetzungen.
Ein organisierendes Team von etwa drei bis vier Personen wird benötigt, um die Umsetzung voranzutreiben. Zudem ist es wichtig, die Sichtbarkeit der Bücherschränke zu erhöhen, damit sie von der Gemeinschaft gut angenommen werden. Mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung und Unterstützung durch lokale Initiativen können solche Projekte erfolgreich umgesetzt werden.
Insgesamt zeigt sich, dass die Schaffung eines Bücherschranks nicht nur zur Leseförderung beiträgt, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl stärkt und ein Zeichen für ehrenamtliches Engagement in Kaufbeuren setzt. Die Möglichkeiten sind vielfältig, und jetzt ist die Zeit für die Bürger, aktiv zu werden und ihre Ideen einzubringen. Für weiterführende Informationen zu diesen Initiativen und wie man sich beteiligen kann, besuchen Sie bitte die Webseite der Stadt Kaufbeuren.