Am 21. Februar 2026 wurde in Kempten (Allgäu) ein bedeutender Schritt in der Bildungslandschaft vollzogen: Architekten und Städteplaner übergaben das Schulbuch „Baukultur“ an mehrere Kemptener Gymnasien. Unter den Anwesenden waren unter anderem Stefan Dieter, Schulleiter des CvL, Thilo Bölle, Kunsterzieher am CvL, Claudia Scharnetzky, Schulleiterin des Allgäu Gymnasiums, und Markus Wenninger, Schulleiter des Hildegardis-Gymnasiums. Insgesamt wurden 33 Exemplare des Schulbuchs im Wert von 500 Euro gespendet, um Schülerinnen und Schülern ab der 5. Jahrgangsstufe, besonders in Oberstufenseminaren, Wissen über Planung und Bau zu vermitteln und das Verständnis für Baukultur zu fördern.
Das Schulbuch entstand aus den Baukulturberichten der Bundesstiftung Baukultur und wird von Peter Geiger, Dr. Jörg Heiler, Franz G. Schröck und Klaus Maucher finanziell unterstützt. Es ist ein Non-Profit-Projekt, das im Ehrenamt realisiert wurde. Zudem bietet die Bayerische Architektenkammer kostenfreie Schulungen für Lehrkräfte an, um die Integration von Baukultur in den Unterricht zu fördern. Baukultur umfasst dabei weit mehr als nur Ästhetik; sie verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der den Schutz der Umwelt und nachhaltige Entscheidungen in den Fokus rückt.
Die Bedeutung der Baukultur
Ein zentrales Element des Schulbuchs ist die Auseinandersetzung mit dem Davos Qualitätssystem für Baukultur, das 2018 entwickelt wurde. Dieses System definiert acht Kriterien, die zur Bewertung der baukulturellen Qualität eines Ortes dienen: Gouvernanz, Funktionalität, Umwelt, Wirtschaft, Vielfalt, Kontext, Genius Loci und Schönheit. Hohe Baukultur zeichnet sich durch qualitätsvoll gestaltete Städte, Dörfer und Bauten aus, die das Wohlbefinden und die Gesundheit der Menschen fördern.
Das Davos Qualitätssystem hilft nicht nur bei der Beurteilung baukultureller Qualitäten, sondern unterstützt auch Planungen, Wettbewerbsjurierungen und partizipative Prozesse. Es berücksichtigt soziale, emotionale und kulturelle Werte sowie technische und funktionale Aspekte. Ein Bewertungsformular mit einem Fragenkatalog für jedes der acht Kriterien ermöglicht eine präzise Bestimmung der baukulturellen Qualität eines Ortes und hilft, Stärken sowie Schwächen zu identifizieren. Das Bundesamt für Kultur (BAK) hat dieses System in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern entwickelt, um den Davos Prozess zu unterstützen, der mit der Erklärung von Davos „Eine hohe Baukultur für Europa“ begann.
Fortbildung und Unterstützung für Schulen
Das Schulbuch „Baukultur“ ist das erste seiner Art für allgemeinbildende Schulen in Deutschland und richtet sich an Menschen ab 11 Jahren. Ziel ist es, 8,69 Millionen Schüler:innen an 32.666 Schulen zu erreichen. Um dieses Unterrichtsmaterial kostenfrei zur Verfügung zu stellen, ist die Bundesstiftung auf Unterstützung angewiesen. Für Klassensätze wird ein Spendenaufruf gestartet; 495 Euro sind pro Satz vorgesehen. Die Spenden können auf das Konto der GLS-Bank überwiesen werden, mit dem Verwendungszweck „Schulbuch“.
Zur Einführung in das Schulbuch finden Fortbildungen statt, zum Beispiel in München am 25. November 2024 und in Nürnberg am 26. November 2024. Themen wie Nachhaltigkeit und Verantwortung sowie die Wechselwirkungen zwischen Räumen und Menschen stehen auf der Agenda. Referent:innen wie Stephanie Reiterer und Jan Weber-Ebnet werden die Fortbildung leiten. Anmeldungen sind bis zum 24. November möglich.
Durch diese Initiativen wird nicht nur das Wissen über Baukultur gefördert, sondern auch ein Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung und zum Bewusstsein für die Verantwortung, die jede:r Einzelne gegenüber der gebauten Umwelt hat. Das Schulbuch „Baukultur“ ist somit ein wichtiger Schritt in Richtung einer zukunftsorientierten Bildung.






