In der heutigen Zeit stehen viele kirchliche Gebäude vor der Herausforderung, ihre Nutzung zu überdenken. Eine Veranstaltung im Evangelischen Wohnstift Kulmbach unter dem Titel „Spinnen, aber richtig: Christliche Lebensräume neu gedacht“ brachte zahlreiche Interessierte zusammen, um darüber zu diskutieren, was mit diesen wertvollen Raumschätzen geschehen kann, wenn weniger Geld und Personal zur Verfügung stehen. Organisiert vom Evangelischen Bildungswerk Oberfranken-Mitte, dem Diakonischen Werk Kulmbach und Thurnau sowie dem Dekanat Kulmbach, zielte die Veranstaltung darauf ab, innovative und gemeinwohlorientierte Nutzungsmöglichkeiten für diese Gebäude zu erarbeiten. Über die aus den Kirchengemeinden, Kommunen und Vereinen angereisten Teilnehmer berichtete Sonntagsblatt.
Die Hauptfragen der Veranstaltung lauteten: Was passiert mit kirchlichen Gebäuden bei weniger Geld und klassischer Nutzung? Wie können diese Gebäude sinnvoll für die Gemeinschaft verwendet werden? Viele Stellen wissen nur zu gut, dass das Bild der Kirche als Mittelpunkt der Gemeinde gewahrt werden muss. So stehen die Umnutzungen im Fokus, da sie das baukulturelle Erbe sichern sollen. In diesem Sinne betont Pfarrverein EKHN, dass der Innenraum und sein Denkmalwert bei Umnutzungen erhalten bleiben sollten.
Herausforderungen und Chancen
Die Veranstaltung brachte positive Beispiele für Umnutzungen von Kirchengebäuden mit sich. Ein auffälliges Beispiel ist die alte Salvatorkirche in Bad Rodach, die sich in ein modernes Gemeindezentrum verwandelt. Martin Waßink vom Evangelischen Bildungswerk wies jedoch auf den Druck hin, klare Richtlinien für solche Umnutzungen zu schaffen, da viele Ehrenamtliche oft mit Ohnmacht und Unsicherheit konfrontiert sind.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, müssen engagierte Umnutzungsprozesse angestoßen werden. Ein vielseitiger Ansatz schlägt vor, dass kirchliche Gebäude nicht nur für religiöse Zwecke, sondern auch für soziale Projekte genutzt werden können. So wurden Ideen für ein Therapiezentrum, das Ruhe, Meditation und Gebet verbindet, sowie Vorschläge für regelmäßige Essens Angebote für ältere Menschen diskutiert.
Langfristige Perspektiven
Die Umnutzungen stehen gleichsam unter dem Stern der Denkmalpflege. Der Erhalt von materiellen, künstlerischen und symbolischen Werten der Kirchen steht im Vordergrund. Hierbei gilt es, den Umbau so gering wie möglich zu halten. Das Zukunft Kirchen Räume Projekt weist darauf hin, dass sogar profane Weiternutzungen Chancen für den Fortbestand von Wandmalereien und Fensterverglasungen bieten.
Doch Geduld und langfristige Planung sind unverzichtbar. Veränderungen sollten problemlos rückgängig gemacht werden können und moderne energetische Standards oft Voraussetzung für den Fortbestand eines Denkmals sein. Umso wichtiger ist eine detaillierte Dokumentation der baulichen Eingriffe.
Insgesamt zeugt die Veranstaltung von einer wachsenden Zusammenarbeit zwischen Kirche, Kommune, Vereinen und Zivilgesellschaft, die kreative Lösungen für die Herausforderungen der heutigen Zeit mit sich bringt. Der offene Austausch hat das Potenzial, Gemeinden aktiv anzusprechen und neue Konzepte zu entwickeln, um diese besonderen Orte lebendig zu halten.






