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Am 5. März 2026 trafen sich zahlreiche Teilnehmer im Evangelischen Wohnstift Kulmbach zu einer spannenden Veranstaltung unter dem Titel „Spinnen, aber richtig: Christliche Lebensräume neu gedacht“. Organisiert wurde das Event vom Evangelischen Bildungswerk Oberfranken-Mitte (EBW), dem Diakonischen Werk Kulmbach und Thurnau sowie dem Dekanat Kulmbach. Im Fokus standen zwei zentrale Fragen: Was passiert mit kirchlichen Gebäuden, wenn Geld und Personal fehlen und die klassische Nutzung nicht mehr gegeben ist? Und wie können diese Gebäude gemeinwohlorientiert genutzt werden? Die hohe Teilnehmerzahl verdeutlichte, wie viele kirchliche Gebäude in der Region betroffen sind, darunter Kirchen, Gemeindehäuser, Pfarrhöfe und Nebengebäude.

Die Veranstaltung begann mit einer kurzen Einführung durch Oliver Rose von Equadra, Stefan Seewald von der Oberfranken-Stiftung und Dekan Friedrich Hohenberger. Hierbei wurde der Begriff „Raumschätze“ verwendet, um die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten dieser Gebäude zu betonen. Insbesondere positive Beispiele für die Umnutzung von Kirchen in Oberfranken, wie die Umwandlung der alten Salvatorkirche in Bad Rodach zu einem modernen Gemeindezentrum, wurden hervorgehoben.

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Herausforderungen und Chancen

Martin Waßink vom EBW sprach über den Druck, klare Vorgaben für die Nutzung von Gebäuden zu schaffen. Ziel der Veranstaltung war es, die Gemeinden zu entlasten, Ideen und Kontakte zu bündeln und ein Signal an Bürgermeister und kommunale Akteure zu senden. Dabei wurden auch die Hauptprobleme, wie Ohnmacht, Hilflosigkeit und Überforderung der Ehrenamtlichen, thematisiert. Waßink betonte die Notwendigkeit eines „Change-Management“-Prozesses, um Frust und den Abschied von gewohnten Strukturen zu thematisieren.

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Das niederschwellige Format der Veranstaltung, mit vielen Tischen und großen Blättern, ermöglichte einen kreativen Austausch. Ein Beispiel aus einer Landgemeinde war die Idee für ein Therapiezentrum, das Ruhe, Meditation und Gebet verbindet. Außerdem wurde der Vorschlag für regelmäßige gemeinsame Essen für ältere Menschen als sozialer Baustein diskutiert. Die Stimmungen in den Gemeinden waren unterschiedlich: Einige hatten viele Ideen, während andere unsicher über ihre Zukunft waren. Waßink äußerte die Hoffnung auf mehr Fortbildungen und praxisnahe Unterstützung für die Gemeinden.

Denkmalschutz und Umnutzung

Die Umnutzung von Kirchenbauten ist nicht nur eine Frage der praktischen Nutzung, sondern auch eine Herausforderung für die Denkmalpflege. Umnutzungen können das Bild der Kirche als Mittelpunkt der Gemeinde und den baukulturellen Wert sichern. Laut den Leitlinien für neue Nutzungen von Kirchengebäuden ist es entscheidend, dass sakrale Bauten bei Umnutzungen ihre materiellen, künstlerischen und Bedeutungswerte behalten. Dabei stellt sich die zentrale Frage: Was macht eine Kirche aus? Der Innenraum muss eng mit seinem Denkmalwert verbunden bleiben und sollte bei Umnutzungen erfahrbar bleiben.

Denkmalgerechte Umnutzungen sollten Ein- und Umbauten minimieren und dem Kirchenraum unterordnen. Größere Eingriffe in die Gebäudehülle, die die Ansicht auf das Kirchengebäude verändern, sollten vermieden werden. Symbolwerte und die Ausstattung der Kirche sind ebenfalls wichtig und sollten weitgehend erhalten bleiben. Orte wie Kirchen sind nicht nur liturgische Räume, sondern auch Orte des Zusammentreffens, die in der Gemeinde eine zentrale Rolle spielen.

Langfristige Perspektiven

Die Suche nach neuen Nutzungsmöglichkeiten erfordert Geduld und langfristige Planung. Veränderungen sollten auf das Notwendige beschränkt werden, um tiefgehende Umbauten zu vermeiden. Eine ausführliche Dokumentation von baulichen Eingriffen ist unerlässlich. Oft sind Modernisierungen und energetische Ertüchtigungen Voraussetzung für den Fortbestand des Denkmals. Denkmalpflegeämter haben verschiedene denkmalgerechte Umnutzungsformen in Publikationen vorgestellt, um Gemeinden bei der Neunutzung ihrer Kirchen zu unterstützen.

Zusammenfassend zeigt die Veranstaltung in Kulmbach, dass die Zusammenarbeit zwischen Kirche, Kommune, Vereinen und Zivilgesellschaft praktikable Ideen hervorbringt. Die Herausforderungen sind groß, aber die Möglichkeiten sind vielfältig – und es liegt an den Gemeinden, diese „Raumschätze“ neu zu entdecken. Für weitere Informationen und detaillierte Leitlinien zur Umnutzung von Kirchengebäuden können Sie die Quellen hier einsehen: Sonntagsblatt, Pfarrverein EKHN und Zukunft Kirchenräume.