Heute ist der 12.03.2026 und die lokale Kriminalitätslage sorgt für Aufsehen. In den letzten Wochen hat sich eine besorgniserregende Serie von Raubüberfällen auf Geldautomaten in der Region entwickelt. Besonders in Tankstellen sind die Täter aktiv und nutzen dabei eine Technik, die als „Lassowurftechnik“ bekannt ist. Diese Methode beinhaltet, dass die Täter nachts in die Tankstellen eindringen, ein Seil um den Geldautomaten befestigen und diesen mit einem Auto abziehen. Die ersten Hinweise auf diese Überfälle wurden bereits am 17. Februar im Landkreis Augsburg dokumentiert, wo bis heute rund zehn Fälle von ähnlicher Natur erfasst wurden. Ein besonders auffälliger Vorfall ereignete sich am Sonntag kurz vor Mitternacht an der Allguth-Tankstelle in der Boschetsrieder Straße, als eine Zivilstreife einen verdächtigen Opel Combo mit Friedberger Kennzeichen entdeckte.
Im Lieferwagen saßen zwei Männer, von denen einer maskiert war. Als die Polizei den Opel kontrollieren wollte, flüchtete der Fahrer mit hoher Geschwindigkeit und es kam zu einer Verfolgungsjagd, die von Obersendling bis zur Autobahn A96 führte. Diese endete in einer Sackgasse im Gewerbegebiet Freiham, wo ein 40-jähriger Rumäne festgenommen wurde, während sein Komplize entkam. Der Opel war am Tag zuvor bei einem Einbruch im Landkreis Aichach-Friedberg gestohlen worden. Auch am 2. März versuchte die „Lasso-Bande“, eine Allguth-Tankstelle in Unterschleißheim zu überfallen, indem sie versuchten, die Eingangstür aufzubrechen und letztendlich mit einem gestohlenen VW Golf durch die Glastür rammten. Der Geldautomat hielt dem Lassowurf stand, woraufhin die Täter aufgaben. Diese Serie von Überfällen wirft ein Schlaglicht auf eine besorgniserregende Entwicklung in der Kriminalitätslandschaft, die nicht nur Bayern, sondern auch Schwaben, Baden-Württemberg und die Schweiz betrifft. In Landsberg am Lech wurde am 4. März ein Auto verwendet, um in eine Tankstelle einzudringen, und auch in Eching im Landkreis Freising kam es zu ähnlichen Vorfällen.
Bundesweite Trends und Rückgänge
Die aktuelle Situation ist nicht isoliert zu betrachten. Laut dem Bundeslagebild „Angriffe auf Geldautomaten“ des Bundeskriminalamts, veröffentlicht am 25. September 2025, gab es im Jahr 2024 insgesamt 456 Angriffe auf Geldautomaten. Dies stellt einen Rückgang um 24,3% im Vergleich zum Vorjahr dar. Besonders auffällig ist, dass in 269 Fällen Geldautomaten mit festen Explosivstoffen gesprengt wurden. Diese Methode führt nicht nur zu erheblichen Schäden, sondern birgt auch hohe Risiken für Unbeteiligte, wie Anwohner und Einsatzkräfte. Die Täter können die Sprengungen oft nicht kontrollieren, was dazu führt, dass diese Delikte häufig als versuchte Tötungsdelikte angeklagt werden.
Die Ermittlungserfolge der Polizei zeigen jedoch, dass durch nationale und internationale Zusammenarbeit zahlreiche Festnahmen von mutmaßlichen Geldautomatensprengern im Mai 2024 erreicht werden konnten. Diese Zusammenarbeit wird angesichts der Mobilität und Professionalität der Tatverdächtigen als unerlässlich erachtet. Die aktuellen Überfälle auf Tankstellen durch die „Lasso-Bande“ könnten jedoch darauf hinweisen, dass sich die Kriminalität in neue Formen entwickelt und die Polizei vor neue Herausforderungen stellt.
Einordnung und Ausblick
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickeln wird. Die Kombination aus der hohen Mobilität der Täter und der professionellen Durchführung der Überfälle spricht für eine gut organisierte Kriminalität, die sich über Landesgrenzen hinweg erstreckt. Die Polizei steht vor der Herausforderung, diese neuen Methoden zu bekämpfen und gleichzeitig die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Die Bevölkerung ist aufgefordert, wachsam zu sein und verdächtige Aktivitäten zu melden, um gemeinsam gegen diese Form der Kriminalität vorzugehen. Weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen finden Sie in den Berichten und Meldungen der Polizei und der Medien.



