Heute ist der 18.02.2026, und in Landsberg am Lech beginnt bald die Fastenzeit. Diese besondere Periode im christlichen Glauben, die am Aschermittwoch ihren Anfang nimmt und bis Ostern dauert, ist nicht nur eine Zeit der inneren Einkehr und Askese, sondern auch eine Zeit, in der die bayerische Starkbiertradition zelebriert wird. Ursprünglich von Mönchen erfunden, um die Fastenzeit mit nahrhaftem Bier zu überstehen, ist Starkbier bis heute ein fester Bestandteil der bayerischen Kultur. Während der Fastenzeit war feste Nahrung weitgehend verboten, jedoch war Flüssiges, insbesondere Bier, erlaubt. Diese Tradition wird auf verschiedene Arten in der Region zwischen Ammersee und Lech lebendig gehalten.

Eine der bekanntesten Sorten in der Umgebung ist das Dießener Starkbier „Black out“, gebraut von Martin Hug. Mit einer jährlichen Produktion von 1500 bis 2000 Litern, einem Alkoholgehalt von 6,8 Prozent und einer Stammwürze von 16,8 Grad Plato, bietet es einen hohen Anteil an dunklem Malz und überzeugt mit Aromen von Kaffee und Schokolade. Ein weiteres Highlight ist der Holzhauser Doppelbock, gebraut von Dario Stieren, der mit 7,9 Prozent Alkohol und einer Stammwürze von 18,3 Grad Plato aufwartet. Dieser wird besonders bei Festen wie dem Starkbierfest der Lions Landsberg ausgeschenkt. Auch der Brauverein Schondorf, der zwar keine eigene Braustätte hat, fügt der Vielfalt mit seinem Maibock (7,9 Prozent Alkohol) hinzu.

Die Klosterbrauereien und ihre Traditionen

Ein weiterer wichtiger Akteur in der Starkbierlandschaft ist das Kloster Andechs. Diese Klosterbrauerei, die von Benediktinern seit 1455 geführt wird, bietet ganzjährig Starkbier an und zieht zahlreiche Wallfahrer an. Die König-Ludwig-Schlossbrauerei setzt mit ihrem Kaltenberg Ritterbock, der ab dem 28. Februar ausgeschenkt wird, neue Maßstäbe. Mit 9,0 Volumenprozent Alkohol und einer Stammwürze von 20,8 Prozent ist dieser dunkle Doppelbock bekannt für seine lange Lagerung und seinen vollmundigen Geschmack.

Die Essensempfehlungen zu Starkbier sind vielfältig. Dr. Wolfgang Stempfl empfiehlt klassische Gerichte wie Boeuf à la Mode oder Fusilli mit Spitzkohl, während der traditionelle Schweinebraten mit Knödeln ebenfalls hervorragend zu einem kräftigen Starkbier passt. Und als süßer Abschluss könnte ein Bockbier-Tiramisu die Gaumenfreuden abrunden.

Ein Blick auf die Fastenzeit

In Bayern wird die Fastenzeit, die am Aschermittwoch beginnt und am Karsamstag endet, besonders intensiv gelebt. Laut einer Forsa-Umfrage sind die Bayern die Spitzenreiter im Fasten in Deutschland. Während dieser vierzig Tage, an denen die Sonntage vom Fasten ausgenommen sind, verzichten viele Menschen auf alkoholische Getränke, Kaffee und Süßigkeiten. Interessanterweise war der Genuss von Bier während der Fastenzeit im Mittelalter vom Papst erlaubt, da der Grundsatz „Flüssiges bricht Fasten nicht“ weit verbreitet war. Dies führte dazu, dass Starkbier, als frühes „Energiegetränk“, eine wichtige Rolle spielte und bis heute populär ist.

Traditionsreiche Starkbierfeste, wie das Nockherberg-Starkbieranstich, ziehen nicht nur Bierliebhaber an, sondern bieten auch ein vielfältiges Programm mit Frühschoppen, Mittagstisch und Musikgruppen. Hier wird die bayerische Gemütlichkeit in vollen Zügen gelebt. So wird die Fastenzeit nicht nur zu einer Zeit der Besinnung, sondern auch zu einem Fest der Sinne, das die Menschen zusammenbringt und die kulturellen Wurzeln der Region zelebriert.

Für weitere Informationen über Starkbier in der Fastenzeit empfehlen wir einen Blick auf Gruess Gott.

Die Tradition des Starkbieres und die damit verbundenen Feste sind ein fester Bestandteil der bayerischen Kultur. Wer sich für die Esskultur und die Braukunst in Bayern interessiert, der findet in der Fastenzeit ein reichhaltiges Angebot, das weit über das Bier hinausgeht.

Für mehr Informationen über die Fastenzeit und die dazugehörigen Bräuche in Bayern besuchen Sie bitte Chiemsee Alpenland.