Heute ist der 3.04.2026 und wir berichten über einen spannenden Fortschritt in der Nutzung erneuerbarer Energien in der Nähe von Landshut. Ein neuartiges Gezeitenkraftwerk hat seinen ersten Testlauf erfolgreich absolviert. Der Prototyp, der mit einem Kran in den Mittlere-Isar-Kanal abgelassen wurde, wiegt 100 kg und misst beeindruckende 18 Meter in der Länge. In den letzten zwei Jahren hat das Projektteam unermüdlich an der Vorbereitung, der Konzepterstellung und umfangreichen Simulationen gearbeitet, um diesen Meilenstein zu erreichen.

Das Hauptziel des Tests war die Überprüfung der Funktion des Prototyps. Prof. Robert Meier-Staude von der Hochschule München, ein Spezialist für Strömungsmechanik, hat das Design der sogenannten „Kites“ optimiert. Diese „Kites“ sind der Motor des Gezeitenkraftwerks, das an eine Seilbahn erinnert und mit Umlenkrollen und einem Endlos-Seil arbeitet. Sie verwenden die Bewegung des Seils zur Stromerzeugung, wobei die Strömungsgeschwindigkeit im Isar-Kanal konstant 0,6 m/s beträgt, was vergleichbare Bedingungen wie im Meer schafft.

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Innovative Technik und vielversprechende Ergebnisse

Die Konstruktion der „Kites“ ist so gestaltet, dass sie stabil im Wasser liegen und effizient Vortrieb erzeugen. Der Praxistest hat gezeigt, dass sie in der Strömung stabil ausgerichtet sind und Geschwindigkeiten von bis zu 1,5 m/s erreichen können. Die Test-„Kites“ haben eine Länge von 1 m und eine Breite von 20 cm, während das geplante echte Gezeitenkraftwerk fünfmal größer sein soll. Die Ergebnisse des Tests belegen, dass die Technologie der Seilbahntechnik für die Nutzung von Gezeitenströmungen realisierbar ist und könnte einen bedeutenden Beitrag zur Energiewende in Europa leisten.

Im Rahmen des European Green Deal ist vorgesehen, bis 2050 Kraftwerke zur Nutzung der Meeresenergie mit einer Gesamtleistung von 40 GWh pro Jahr zu installieren. Dieses Forschungsprojekt, das vom 1. Juni 2023 bis zum 30. September 2025 läuft, wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert und umfasst eine Vielzahl von Partnern, darunter die AiF Projekt GmbH, die Technische Universität München, die enrope GmbH, die Hochschule München und die Stadtwerke München.

Herausforderungen und nächste Schritte

Aktuelle Lösungen zur Nutzung von Gezeitenströmungen konzentrieren sich meist auf hohe Strömungsgeschwindigkeiten, während technologische Lösungen für langsame und mittelschnelle Strömungen bisher kaum vorhanden sind. Doch Europa hat in diesem Bereich ein großes Potenzial, das mit der Entwicklung eines Prototyps für die kommerzielle Nutzung weiter erschlossen werden kann. Die geplante Anlage basiert auf einer Seilbahn, bei der die Sessel durch Strömungsprofile ersetzt werden. Diese sind über ein Gehänge mit einem Seil verbunden und bilden einen stabilen Kite, der sich in die Meeresströmung bewegt und Vorwärtsbewegung erzeugt, um Generatoren zur Stromerzeugung anzutreiben.

Das Projekt ist interdisziplinär und bringt technische Herausforderungen aus verschiedenen Ingenieursfeldern mit sich. In der ersten Phase erfolgt eine Analyse potenzieller Entwicklungsstandorte in Europa sowie eine Ableitung möglicher Anwendungsbereiche und Grenzen der Technologie. In der zweiten Phase wird der Prototyp entwickelt, wobei vier wesentliche Faktoren berücksichtigt werden: die Auslegung der Seile, die Erweiterung der traditionellen Berechnungsmethoden, die Entwicklung stabiler Geometrien für die Kites und die Auslegung der Seilbahnkomponenten für Sicherheit und Robustheit.

Ein Ausblick auf die Zukunft

Die letzte Phase des Projekts sieht den Test des entwickelten Prototyps im Werkkanal der Stadtwerke München vor. Bei diesen Tests werden technische, ökonomische und ökologische Aspekte berücksichtigt, um eine wartungsarme Gestaltung der Anlage zu gewährleisten, da Wartungsintervalle von Luftseilbahnen nicht einhaltbar sind. Mit der erfolgreichen Entwicklung und den vielversprechenden Tests könnte diese innovative Technologie zur Stromerzeugung aus Gezeitenströmungen einen bedeutenden Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung in Europa leisten.

Für weitere Informationen zu diesem Thema und um die neuesten Entwicklungen zu verfolgen, besuchen Sie die Seiten der Umformtechnik und der Technischen Universität München.