Um den 11. November herum blüht in Bayern die „fünfte Jahreszeit“ auf, und auch in Landshut wird dieser Brauch gelebt wie nirgends sonst. Doch die Freude über den beginnenden Fasching wird von einer hitzigen Debatte über die Finanzen der Stadt überschattet. In einer Sitzung des Finanz- und Wirtschaftsausschusses am Eröffnungstag wurde das Budget für die beliebten Faschingsveranstaltungen am Faschingsdienstag auf null Euro gekürzt. Dies kommt in einer Zeit, in der die Stadt trotz liebevoller Vorbereitungen für dieses beliebte Fest auf ihre Ausgaben achten muss. Oberbürgermeister Alexander Putz kommentierte, dass natürlich auch ohne die offizielle Veranstaltung viele kostümiert in die Stadt strömen würden.

An diesem 11. November wurde zudem das neue Prinzenpaar vorgestellt, und der Oberbürgermeister erhielt symbolisch den Schlüssel fürs Rathaus. Ein Moment, der die Vorfreude des Publikums auf die bevorstehenden Feierlichkeiten deutlich machte. Doch die Realitäten der Haushaltskürzungen zeigen, dass die Stadt Landshut nicht nur mit traditioneller Freude, sondern auch mit einem strengen Blick auf den Geldbeutel ins Faschingsgeschehen startet. Neben den Faschingskürzungen wurde auch das Budget für die „Adventstadt Landshut“ um 23.000 Euro gekürzt, was zehn Prozent des Gesamtvolumens von 238.000 Euro ausmacht.

Das große Faschingstreiben

Dennoch schaut man optimistisch in die Zukunft. Der Landshuter Fasching beginnt um 12 Uhr, und das diesjährige Programm steht unter dem Motto „60er-, 70er-, 80er- und 90er-Party“.
Eine bunte Mischung aus Tanz und Musik erwartet die Besucher, mit Auftritten von Gruppen wie der Narrhalla Landshut, der Showtanzgruppe „Rising Stars“ vom FC Ergolding und dem „Showteam Intoxication“ des ETSV 09 Landshut. Highlights setzen nicht nur die Darbietungen auf der Showbühne von Radio Trausnitz, sondern auch die Stimmungsmusik aus vier Jahrzehnten, die ein DJ auflegt. Für das leibliche Wohl sorgen Bar- und Imbissstände, unter anderem der Getränkestand des Lustigen Faschingsstammtischs Weiß-Blau.

Die Veranstaltung verspricht nicht nur Unterhaltung, sondern auch eine Rückkehr an die gewohnte Geselligkeit nach der Pandemie. Oberbürgermeister Putz selbst betont die Freude darüber, dass das große Faschingstreiben wieder stattfindet. Stadtmarketingleiter Michael Bragulla hebt den Erlebnischarakter der Innenstadt hervor und ermuntert alle, sich von der besonderen Atmosphäre mitreißen zu lassen. Ein Kinderkarussell, ein Losstand und ein Luftballonstand runden das Angebot ab.

Finanzielle Herausforderungen der Gemeinden

Doch während der Zauber des Faschings die Stadt erfüllt, sind die finanziellen Herausforderungen nicht zu ignorieren. Trotz einer Erhöhung des kommunalen Finanzausgleichs um 5,3 Prozent auf fast 12 Milliarden Euro in Bayern, zeigen sich die Kommunen besorgt über drohende Kürzungen. Besonders die steigenden Kosten und finanzielle Defizite könnten soziale Leistungen gefährden. Uwe Brandl, Präsident des Gemeindetags, warnt, dass der Sozialstaat sich auch das, was er verspricht, leisten können muss. Dies betrifft auch freiwillige Leistungen wie Kulturförderung, die in Zeiten knapper Kassen auf der Kippe stehen.

Die Unsicherheiten sind dadurch mahnt, dass Rücklagen des Freistaats schnell schwinden könnten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die kommunale Finanzierung tatsächlich entwickeln wird, da die Kommunen und das Land gemeinsam Lösungen suchen wollen. Der Freistaat Bayern hat sich bereit erklärt, die Kommunen nicht allein zu lassen, auch wenn vorsichtige Sparmaßnahmen bei sozialen Leistungen gefordert werden.

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen und dem Programm des Landshuter Faschings sind online unter Landshut.de verfügbar. Auch die Hintergründe der kommunalen Finanzen und die aktuelle Lage finden sich auf Augsburger Allgemeine und Süddeutsche.de.