In Deutschland stehen derzeit zahlreiche Beschäftigte im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Mittelpunkt von Tarifverhandlungen. Die Gewerkschaft Verdi verhandelt in einer bundesweiten Tarifrunde für fast 150 kommunale Unternehmen, was zu einer Vielzahl von Warnstreiks führt. Diese betreffen bereits mehrere Bundesländer, darunter Bayern, Hessen und Hamburg. Insbesondere in Bayern sind die Städte Augsburg und Passau betroffen, wo es am 19. Februar zu Arbeitsniederlegungen kommt. Während der Streik in Augsburg einen Tag andauert, wird in Regensburg bis Freitag gestreikt. In Passau und Landshut kommt es am 20. Februar zu Ausfällen im Busverkehr. In Hamburg sind Busse im Osten der Stadt betroffen, während die U-Bahnen weiterhin fahren.

In Hessen sind die Streiks für den 19. Februar angekündigt, wobei Frankfurt besonders betroffen ist. Ab Donnerstagmorgen bis Freitagmorgen fahren dort keine Straßen- und U-Bahnen, während der Busverkehr unberührt bleibt, da er nicht zum Tarifvertrag gehört. Gießen und Marburg sind ebenfalls betroffen, aber nur geringfügig. Anfang Februar kam der ÖPNV in großen Teilen Deutschlands wegen ganztägigen Arbeitsniederlegungen zum Stillstand. Niedersachsen bleibt von den Streiks verschont, da dort eine Friedenspflicht besteht. Verdi fordert bessere Arbeitsbedingungen, kürzere Arbeitszeiten, längere Ruhezeiten und höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. In einigen Bundesländern wird auch über höhere Löhne verhandelt.

Tarifverhandlungen und Forderungen

Die Kernforderungen der Gewerkschaft zielen darauf ab, die Arbeitsbedingungen im ÖPNV zu verbessern. Dazu gehören die Verkürzung der Wochenarbeitszeit, die Anpassung von Schichtzeiten und die Verlängerung der Ruhezeiten. Zudem fordert Verdi eine Erhöhung der Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. Diese Forderungen sind insbesondere relevant, da die Mehrheit der kommunalen ÖPNV-Unternehmen den Tarifverträgen Nahverkehr (TV-N) unterliegt. In einigen Bundesländern sind auch die Löhne und Gehälter Thema der Verhandlungen, darunter Brandenburg, Thüringen und das Saarland. Die Verhandlungen sind jedoch nicht nur eine Frage der Löhne, sondern auch der Arbeitsbedingungen. Beschäftigte wie Andre Page, ein Mechaniker aus Dortmund, und Ronny Schlie, ein Busfahrer und Betriebsratsvorsitzender, kritisieren lange Arbeitszeiten und unflexible Arbeitszeitkonten.

Ein weiterer Punkt in den Verhandlungen ist die Trennung von Mantel- und Lohntarifvertrag sowie die Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden. Christine Behle, die stellvertretende Vorsitzende von Verdi, betont die Notwendigkeit attraktiver Arbeitsbedingungen für den ÖPNV. Die Entgeltentwicklung in acht TV-N ist bereits an den TVöD gekoppelt, während in anderen Ländern eigenständige TV-N-Entgelttarifverträge bestehen.

Einordnung und Kontext

Die aktuellen Warnstreiks und Tarifverhandlungen im ÖPNV sind Teil eines größeren Bildes, das die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst in Deutschland betrifft. Eine kürzlich erzielte Tarifeinigung im Öffentlichen Dienst der Länder nach drei Verhandlungsrunden und diversen Streiks gilt für 925.000 Tarifbeschäftigte und wurde von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di verhandelt. Diese Einigung überträgt sich auch auf mehr als 1,3 Millionen Beamte und Pensionisten, was die Relevanz der Verhandlungen im ÖPNV unterstreicht. In den meisten Bundesländern, außer Hessen, ist der Abschluss gültig, während Bayern den Tarifvertrag erst sechs Monate später übernimmt.

Die Gehaltserhöhungen sind stufenweise angelegt und erreichen insgesamt 5,8% über 27 Monate bis Ende Januar 2028. Dies zeigt, wie wichtig die Verhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst sind. Die Gesamtkosten des Tarifabschlusses belaufen sich auf 12,34 Milliarden Euro, was die Dimension der Forderungen und die Notwendigkeit von Verbesserungen in den Arbeitsbedingungen verdeutlicht. Vor diesem Hintergrund sollten Autofahrer sich über die Verkehrssituation informieren, da es durch die Streiks zu Staus kommen kann. Alternativen stellen die ADAC Autovermietung, Fahrrad oder E-Scooter dar, um die Mobilität während der Streiks aufrechtzuerhalten.

Für weiterführende Informationen zu den aktuellen Entwicklungen im Nahverkehr können Sie die vollständige Quelle auf der Webseite des ADAC einsehen: ADAC. Zudem bietet Verdi auf ihrer Webseite umfassende Informationen zu den Tarifverhandlungen: ver.di. Schließlich gibt es auch einen Überblick über die Tarife im öffentlichen Dienst bei der Tagesschau: Tagesschau.