In einer wichtigen finanziellen Wendung für die Modebranche haben Fashion Network und Tomorrow Investor von einer Vereinbarung zwischen Kering und dem Investmentfonds Mayhoola erfahren, die eine Kapitalzufuhr von 100 Millionen Euro für das italienische Modehaus Valentino vorsieht. Ziel dieser massiven Investition ist es, die Finanzlage des Unternehmens zu stabilisieren, das heuer einige Hürden zu überwinden hatte.

Valentino, das unter der Kontrolle von MFI Luxury Srl steht und zu 70 % im Besitz von Mayhoola und zu 30 % von Kering ist, sah sich mit ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert. Entgegen den Kreditauflagen verstieß das Unternehmen zu Beginn des Jahres gegen wichtige Bedingungen, was zusätzliche Maßnahmen erforderlich machte. Kering hatte erst 2023 eine Beteiligung an Valentino für 1,7 Milliarden Euro erworben, und plant nun eine vollständige Übernahme von Mayhoola. Diese könnte jedoch nicht vor 2028 abgeschlossen werden.

Die finanziellen Herausforderungen

Der Druck auf Valentino ist nicht unerheblich. Nachdem der Umsatz 2024 um 2% auf 1,3 Milliarden Euro gesunken ist, leidet das Unternehmen unter einer gestiegenen Verschuldung, die zum Jahresende rund eine Milliarde Euro betrug. Auch der operative Gewinn (EBITDA) fiel um 22% auf 246 Millionen Euro. So forderte ein Bankenkonsortium, das Valentino ein Darlehen über 530 Millionen Euro gewährt hatte, angesichts der Nichteinhaltung der Finanzierungsbedingungen zusätzliche Mittel.

Die Kapitalzufuhr von 100 Millionen Euro wird in zwei Tranchen bis zum 10. Dezember 2025 bereitgestellt. Diese Maßnahme spiegelt die Herausforderungen wider, mit denen Luxusmarken aktuell konfrontiert sind, da sich das Verbraucherverhalten global verändert und die Nachfrage in den traditionellen Märkten sinkt.

Zusammenarbeit zwischen Kering und Mayhoola

Die Partnerschaft zwischen Kering und Mayhoola zielt darauf ab, operative Expertise mit finanziellen Ressourcen zu kombinieren. Die beiden Unternehmen haben ihre ursprüngliche Aktionärsvereinbarung geändert, um die Kapitalerhöhung zu ermöglichen. Auf diese Weise erhoffen sich die Partner, Valentino in diesen turbulenten Zeiten notwenige Liquidität zu verschaffen und in Wachstumsmöglichkeiten zu investieren. Die Struktur der Kapitalerhöhung soll dabei flexibel an die Marktbedingungen und operativen Bedürfnisse des Unternehmens angepasste werden.

Kering besitzt auch andere namhafte Marken wie Gucci und Saint Laurent und sieht die Investition in Valentino als strategischen Schritt innerhalb ihrer Diversifizierungsstrategie.

In diesen bewegten Zeiten bleibt spannend, wie Valentino und seine Partner gegen die aktuelle Marktentwicklung antreten können. Die Herausforderungen sind groß, aber mit einem guten Plan und der richtigen finanziellen Unterstützung könnte es gelingen, die Marke wieder auf Kurs zu bringen.