Im Lohrer Krankenhaus, Teil des Klinikums Main-Spessart, sind für dieses Jahr insgesamt 11.459 stationäre Behandlungen geplant. Diese Zahl stellt einen Anstieg von rund 500 Behandlungen im Vergleich zum Jahr 2025 dar. Kaufmännischer Direktor Albert Prickarz informierte im Werkausschuss über die Entwicklungen der Klinik. Im ersten Halbjahr 2023 sind jedoch keine Thrombektomien vorgesehen; erst im zweiten Halbjahr 2023 sollen diese Eingriffe wieder durchgeführt werden. Es wird damit gerechnet, dass der Krankenhausplanungsausschuss im Mai 2023 die Genehmigung für diese wichtige Behandlungsmethode erteilt. Mehr Informationen dazu finden Sie in diesem Artikel der Main-Post.

Die Thrombektomie, ein mechanisches Verfahren zur Behandlung von Schlaganfällen, hat sich als entscheidend für Patienten mit Verschlüssen der großen gehirnversorgenden Schlagadern erwiesen. In Deutschland werden jährlich etwa 16.475 Thrombektomien durchgeführt. Diese Behandlung hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht, insbesondere durch neue Studien, die zeigen, dass auch Patienten mit schweren Hirninfarkten innerhalb von 24 Stunden nach Symptombeginn erfolgreich behandelt werden können. Diese Studien wurden aufgrund der signifikanten Erfolge der Thrombektomie frühzeitig abgebrochen. Die Ergebnisse sind vielversprechend: Die mechanische Thrombektomie hat zu erheblichen Verbesserungen bei Patienten geführt, darunter die Vermeidung schwerer Lähmungen und Sprachstörungen. Weitere Informationen zu den Fortschritten in der Schlaganfallbehandlung finden Sie in einem Artikel der Deutschen Schlaganfallgesellschaft.

Herausforderungen nach der Behandlung

Trotz der Erfolge, die mit der Thrombektomie erzielt werden, bleibt die Mortalität nach Krankenhausentlassung hoch. Fast ein Viertel der Schlaganfallpatienten verstirbt während der Akutphase im Krankenhaus. In den ersten drei Monaten nach einer Thrombektomie liegt die Sterberate bei 11,6 %. Dies entspricht 27,3 % aller Todesfälle innerhalb von 90 Tagen nach der Behandlung. Die Ergebnisse einer umfangreichen Studie, die auf dem 98. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie präsentiert wurden, verdeutlichen, dass insbesondere ältere Patienten und solche mit vorbestehenden Behinderungen ein höheres Risiko haben, nach der Entlassung zu versterben. Hier zeigt sich, dass die Überlebenschancen durch die Entlassung in neurorehabilitative Einrichtungen verbessert werden können. Für detaillierte Informationen zu dieser Thematik empfehlen wir den Artikel im Ärzteblatt.

Der Weg in die Zukunft

Der Bedarf an spezialisierten Schlaganfalleinrichtungen ist in Deutschland und weltweit evident. Während in westlichen Ländern die Wahrscheinlichkeit, eine Thrombektomie zu erhalten, bei 23 % liegt, beträgt sie in Entwicklungsländern nur 0,5 %. Diese Diskrepanz verdeutlicht die Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt, um eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen. Optimierungsbedarf besteht zudem in den Bereichen Transportzeiten und Sensibilisierung für Schlaganfälle als Notfälle. Leider erreichen nur 10 % der Betroffenen innerhalb von 60 Minuten eine Klinik, was entscheidend für den Behandlungserfolg ist.

Insgesamt zeigt sich, dass die Thrombektomie eine revolutionäre Behandlungsmethode ist, die jedoch auch mit Herausforderungen verbunden ist. Die Entwicklung der medizinischen Infrastruktur und die Sensibilisierung der Bevölkerung sind entscheidend, um die Behandlungsergebnisse weiter zu verbessern und die Sterberaten zu senken. Mit einem Blick in die Zukunft bleibt zu hoffen, dass die Fortschritte in der Schlaganfallbehandlung weiterhin voranschreiten werden.