Die Zementindustrie steht vor einer enormen Herausforderung: Sie ist verantwortlich für rund 8% der globalen CO₂-Emissionen. In Deutschland wird dieser Umstand zunehmend kritisch betrachtet, insbesondere im Hinblick auf die Klimaziele, die bis 2050 erreicht werden sollen. Hier kommt die Ulmer Baustoffgruppe Schwenk ins Spiel, die sich dem Ziel verschrieben hat, die brennstoffbedingten Emissionen in ihren Werken zu minimieren. Seit vielen Jahren experimentiert das Unternehmen in einem Zementwerk in Karlstadt mit einem neuartigen Bindemittel namens Celitement. Dieses könnte, sobald es die Marktreife erreicht, einen signifikanten Teil der CO₂-Emissionen einsparen. Über 15 Jahre nach den ersten Schritten könnte schon bald die Zulassung für Celitement erfolgen, was die Hoffnungen auf eine nachhaltigere Zementproduktion anheizt. Weitere Informationen dazu finden Sie in einem Artikel von der Main-Post.

Die Zementindustrie hat in den letzten Jahrzehnten intensiv an Strategien gearbeitet, um ihre Klimabilanz zu verbessern. Ein zentraler Fokus liegt auf der Steigerung der Energieeffizienz, etwa durch die Nutzung von Abwärme und einem effektiven Stromeinsatz. Neben der Verwendung von Sekundärrohstoffen wie Hüttensand und Flugasche, die Zementklinker teilweise ersetzen, setzen viele Unternehmen auch auf alternative Brennstoffe, wie Altreifen und Industrieabfälle. Aktuell werden verschiedene Technologien zur CO₂-Abscheidung erforscht, wobei die Emissionen aus den Rohstoffen gegenwärtig nicht vermeidbar sind. Hierbei ist es entscheidend, die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, die notwendig sind, um die CO₂-Reduktionsstrategien erfolgreich umzusetzen. Weitere Details dazu finden Sie auf der Webseite der Klimaschutz-Industrie.

Technologische Fortschritte und Herausforderungen

Ein zentraler Aspekt der Forschung zur CO₂-Abscheidung findet derzeit auch auf dem Gelände des Zementwerks Schwenk in Heidenheim-Mergelstetten statt. Der Prozess der Zementproduktion ist mit einem hohen CO₂-Ausstoß verbunden, da Kalkstein bei über 1400 Grad Celsius erhitzt wird und dabei CO₂ freisetzt. Ein Großteil der Emissionen stammt aus diesem Prozess, während ein weiterer Teil auf das verwendete Brennmaterial zurückzuführen ist. In den letzten Jahrzehnten konnte der Anteil fossiler Brennstoffe von 80% im Jahr 1990 auf 25% gesenkt werden, indem alternative Brennstoffe wie Plastikmüll und Altreifen genutzt werden.

Die EU hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu werden, was striktere Vorgaben durch den Europäischen Emissionshandel zur Folge hat. Ab 2026 sollen CO₂-Zertifikate schrittweise reduziert werden, was die Kosten für die Zementproduktion erhöhen könnte. Um die CO₂-Emissionen weiter zu reduzieren, ist der Ausbau einer neuen Infrastruktur für die CO₂-Abscheidung, den Transport und die Lagerung bis 2035 notwendig. Aktuell erlaubt die Rechtslage die CO₂-Abscheidung nur zu Forschungszwecken, ein Gesetzesentwurf für die kommerzielle Nutzung soll bis Sommer 2025 vorgelegt werden. Hierbei gibt es jedoch zahlreiche Hürden, darunter Genehmigungsverfahren für Pipelines sowie Sicherheitsbedenken und Umweltrisiken. Kritiker warnen, dass die Fokussierung auf CCS (Carbon Capture and Storage) den Umstieg auf wirklich klimafreundliche Technologien verzögern könnte. Mehr dazu können Sie in einem Artikel des Deutschlandfunks lesen.

Die Zementindustrie steht also an einem entscheidenden Punkt. Innovative Ansätze und neue Technologien sind gefragt, um den Anforderungen des Klimaschutzes gerecht zu werden. Die Entwicklung und Zulassung von Bindemitteln wie Celitement könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen. Es bleibt spannend, wie sich die Branche in den kommenden Jahren weiterentwickeln wird und welche Fortschritte bei der Reduktion der CO₂-Emissionen erzielt werden können.