Die Polizeiinspektion Memmingen lädt am Samstag, den 14. März 2026, zu einem kostenfreien Workshop ein, der im Rahmen der Initiative „AKTION-TU-WAS“ stattfindet. Ziel dieser Veranstaltung ist die Förderung von Zivilcourage und Handlungssicherheit in Notsituationen. Oft zögern Menschen zu helfen, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Unsicherheit und Angst vor möglichen Gefahren. Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, bietet die Polizei rechtliche Informationen, beispielsweise zum Notwehrrecht, und praxisnahe Tipps für ein sicheres Eingreifen.

Der Workshop findet im Kolbehaus, Donaustraße 1, Raum 2 in Memmingen, von 09:30 Uhr bis 12:00 Uhr statt. Die Teilnehmerzahl ist auf 6 bis 20 Personen begrenzt und die Teilnahme ist kostenlos. Die Veranstaltung wird von der Polizeiinspektion Memmingen in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule (VHS) Memmingen organisiert. Die Diskussion über mögliche Bewaffnung wird durch sichere Alternativen ergänzt, wobei der Fokus auf präventivem Handeln und nicht auf Selbstverteidigung liegt.

Hintergründe und gesellschaftliche Relevanz

Die Notwendigkeit solcher Workshops wird auch durch die jüngsten Ereignisse in Deutschland untermauert. Sicherheitsdebatten drehen sich zunehmend um technische Überwachung wie Gesichtserkennung und KI-Analyse. Ein Beispiel ist der Messerangriff am Hamburger Hauptbahnhof im Mai 2025, bei dem 18 Menschen verletzt wurden. Dieses Ereignis stellte die Handlungsfähigkeit der Bürger:innen in Frage und zeigte, dass viele aus Stressreaktionen oder rechtlicher Unsicherheit nicht handeln.

In diesem Kontext wird die Bedeutung von Zivilcourage als Ausdruck von Mitgefühl und sozialer Verantwortung deutlich. Zivilcourage ist erlernbar und wächst in vertrauensvollen, reflektierenden Umgebungen. Der Workshop in Memmingen bietet einen geschützten Lernraum, in dem die Teilnehmenden diese Fähigkeiten entwickeln können. Wichtige rechtliche Bestandteile wie Notwehr (§32 StGB) und Nothilfe (§34 StGB) werden angesprochen, um den Teilnehmern die rechtlichen Grundlagen für ihr Handeln näherzubringen.

Der Weg zur Handlungssicherheit

Ein eindrucksvolles Beispiel für Zivilcourage war das Handeln von Muhammad al-Muhammad, einem 19-jährigen Geflüchteten, der mutig eine Angreiferin stoppte. Sein Verhalten war rechtlich zulässig und verhältnismäßig. Dies zeigt, dass Selbstbehauptung und Zivilcourage nicht nur ethisch wünschenswert, sondern auch rechtlich legitim sind. Der Workshop legt den Grundstein für solche Handlungen, indem er Techniken zur Selbstbehauptung vermittelt, die sowohl körperliche als auch kommunikative Dimensionen umfassen.

Die Förderung von Zivilcourage stärkt nicht nur das Fundament des Rechtsstaats, sondern auch die Demokratie. Emotionale und Körperwahrnehmung sind entscheidend für das Handeln in Gefahrensituationen. Durch die Teilnahme an solchen Workshops können Bürger:innen lernen, sich selbst zu behaupten und anderen zu helfen. Diese Fähigkeiten sind besonders in Schulen, Vereinen und Arbeitskontexten von großer Bedeutung, um eine Kultur der Zivilcourage zu etablieren.

Abschließend lässt sich sagen, dass der Workshop der Polizeiinspektion Memmingen eine wertvolle Gelegenheit bietet, um Zivilcourage zu erlernen und Handlungssicherheit zu fördern. In einer Zeit, in der Sicherheitsdebatten oft von Angst und Unsicherheit geprägt sind, ist es umso wichtiger, dass wir als Gesellschaft zusammenstehen und Verantwortung füreinander übernehmen. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie in der Pressemitteilung der Polizeiinspektion Memmingen.