Heute ist der 12.03.2026. Bei der Eröffnung des neuen Heizwerks in Memmingen-Benningen äußerte sich Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche zur geplanten Einführung einer neuen Regel für Tankstellen. Sie dämpfte die Erwartungen und betonte, dass ein Trägergesetz benötigt werde, um die gesetzgeberischen Änderungen ordentlich umzusetzen. Reiche kann jedoch nicht garantieren, dass dieses Gesetz bereits in der nächsten Woche umgesetzt wird. Die Bundesregierung hat beschlossen, dass Tankstellen künftig nur einmal am Tag die Preise erhöhen dürfen, um preisdämpfend zu wirken.
Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Armand Zorn, fordert eine zügige Umsetzung dieser Regel. Doch Branchenverbände warnen vor Eingriffen in die Preisbildung, da sie glauben, dass solche Einschränkungen den Wettbewerb schwächen würden. Die Preisbildung an Tankstellen folgt marktwirtschaftlichen Mechanismen, die sich an Einkaufskosten, Wettbewerb und Nachfrage orientieren. Verbände weisen darauf hin, dass nach Eingriffen in den freien Markt die Preise nicht unbedingt niedriger werden, sondern lediglich weniger schwanken. Mehr als die Hälfte des Kraftstoffpreises entfällt zudem auf Steuern und Abgaben, was bedeutet, dass zur dauerhaften Senkung der Kraftstoffpreise auch über staatliche Preisbestandteile gesprochen werden muss.
Markttransparenz und Preisbildung
Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) beim Bundeskartellamt spielt eine zentrale Rolle bei der Information der Verbraucher über aktuelle Kraftstoffpreise in Deutschland. Tankstellenbetreiber sind verpflichtet, Preisänderungen bei Super E5, Super E10 und Diesel „in Echtzeit“ zu melden. Diese Preisdaten werden von der MTS-K an zugelassene Verbraucher-Informationsdienste weitergegeben, sodass Verbraucher über Apps, online oder Navigationsgeräte stets über die aktuellen Preise informiert sind. Aktuell beobachtet die MTS-K den Handel mit Kraftstoffen und erhebt Preisdaten von etwa 15.000 Tankstellen in Deutschland, um den Preisüberblick zu verbessern und den Wettbewerb zu stärken.
Besonders interessant ist, dass die Preise an Tankstellen stark variieren können. Die günstigsten Zeiten zum Tanken sind tendenziell abends, am billigsten kurz vor 20 Uhr und kurz vor 22 Uhr. Im Gegensatz dazu sind die teuersten Zeiten in der Nacht und am frühen Morgen. Autobahntankstellen sind im Durchschnitt deutlich teurer, sodass hier die Preise für Diesel etwa 44 Cent und für E5 etwa 45 Cent pro Liter höher sind. Trotz der täglichen Preisdynamik gibt es keine gesetzliche Limitierung der Preisänderungen, wobei durchschnittlich 22 Preisänderungen pro Tag beobachtet werden.
Preisentwicklung und zukünftige Herausforderungen
Im Kontext der Preisentwicklung zeigt sich, dass die Preise für das Tanken in Deutschland sich 2024 spürbar entspannt haben, nach einem teuren Jahr 2022. Auch im Jahr 2025 blieb das Preisniveau moderater, trotz gestiegener CO₂-Kosten und schwankender Rohölpreise. Die Jahresdurchschnitte für Benzin und Diesel zeigen seit 2023 eine gleichbleibende bis leicht sinkende Tendenz. Dennoch war 2024 weiterhin eines der teuersten Jahre für Kraftstoffe, und saisonale sowie rohölgetriebene Faktoren führten immer wieder zu Preisanstiegen.
Die tägliche Preisdynamik hat sich seit 2014 weiter verstärkt, was zu Diskussionen über die Einführung einer „Preiserhöhungsbremse“ geführt hat, wie sie in Österreich existiert. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Diskussion um die neue Tankregel weiterentwickeln wird und welche Auswirkungen sie auf die Preisgestaltung in Deutschland haben könnte. Verbraucher sind aufgefordert, sich über die MTS-K über aktuelle Entwicklungen auf den Kraftstoffmärkten zu informieren, um die bestmöglichen Entscheidungen beim Tanken zu treffen.
Für weitere Informationen über die aktuellen Kraftstoffpreise und Markttransparenz können Verbraucher die offizielle Webseite der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe besuchen.
Zusätzlich finden Sie weitere Details zur geplanten Tankregelung und den aktuellen Entwicklungen in der Berichterstattung von Focus+.
Für eine umfassende Analyse des Tankstellenmarktes werfen Sie auch einen Blick auf die Daten von Statista.





