Die irische Fluggesellschaft Ryanair hat ambitionierte Pläne für den deutschen Markt, die bereits für Aufsehen sorgen. Für den Sommer 2026 kündigt die Airline eine spürbare Expansion an, die nicht nur neue Routen, sondern auch eine erhebliche Erhöhung der Sitzplatzkapazitäten umfasst. Der Grund für diese Entwicklung ist die geplante Senkung der Luftverkehrssteuer durch die Bundesregierung ab Juli 2026, die Ryanair als Signal für eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Luftverkehrsstandorts betrachtet. Die Airline plant, rund 300.000 zusätzliche Sitzplätze in Deutschland zur Verfügung zu stellen und elf neue Strecken über verschiedene Flughäfen einzuführen. Besonders profitiert davon der Allgäu Airport Memmingen, der als zentraler Knotenpunkt für diese Expansion bezeichnet wird. Auch die Flughäfen Köln/Bonn, Niederrhein (Weeze) und Bremen erhalten durch diese Maßnahmen einen Schub.

Ryanair hatte sich in der Vergangenheit mit Investitionen in Deutschland zurückgehalten, doch die neuen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen scheinen nun ein Umdenken zu ermöglichen. Die Nennung des Memminger Flughafens wird als wichtiges Signal für die Region gewertet, da zusätzliche Strecken und Sitzplatzkapazitäten mehr Flugbewegungen, steigende Passagierzahlen, sowie mehr Tourismus und Arbeitsplätze in der Umgebung fördern sollen. Ryanair-Chef Eddie Wilson betont zudem, dass zuvor gestrichene Verbindungen wieder aufgenommen werden. Die Airline fliegt von Memmingen aus zu beliebten Zielen wie Neapel, Málaga, London, Thessaloniki, Krakau und Riga, jedoch wurden bislang keine konkreten neuen Strecken enthüllt.

Wachstum und Herausforderungen für den Luftverkehrsmarkt

Die Ryanair-Expansion könnte jedoch nicht nur Vorteile bringen. Trotz der zusätzlichen Kapazitäten bleibt das Gesamtangebot der Airline in Deutschland im Sommer 2026 unter dem Vorjahresniveau. Aktuell befördert Ryanair in Deutschland rund 17 Millionen Passagiere jährlich, doch zielt die Airline darauf ab, diese Zahl bei weiteren Kostenreduzierungen auf 34 Millionen zu verdoppeln. Dazu plant Ryanair, bis zu 30 zusätzliche Flugzeuge in Deutschland zu stationieren und 200 neue Strecken aufzunehmen, was auch mit der Schaffung von über 1.000 neuen Arbeitsplätzen verbunden ist. Voraussetzung für diese Investitionen ist die vollständige Abschaffung der Luftverkehrsteuer sowie eine signifikante Senkung der Flugsicherungs- und Sicherheitsgebühren.

Deutschland hat in den letzten Jahren einen Rückgang im Luftverkehrsmarkt erlebt, der als einer der am schlechtesten abschneidenden in Europa gilt. Ryanair sieht hohe Zugangskosten, einschließlich Steuern und Gebühren, als Hauptursache für die schwache Marktleistung. Eddie Wilson fordert die neue Bundesregierung auf, die Luftverkehrsteuer abzuschaffen und die Gebühren zu senken, um den deutschen Luftverkehrsmarkt zu stabilisieren. Ein Vergleich mit anderen EU-Ländern, die erfolgreich Luftverkehrssteuern abgeschafft haben, verdeutlicht das Potenzial, das in diesen Maßnahmen steckt. Ryanair sieht die Chance, durch die Umsetzung dieser Strategien einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Erholung in Deutschland zu leisten.

Die Pläne von Ryanair sind nicht nur für die Airline selbst, sondern auch für viele regionalen Flughäfen und die damit verbundenen Wirtschaftszweige von großer Bedeutung. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich diese Entwicklungen konkret in der Luftverkehrslandschaft Deutschlands auswirken werden. Weitere Informationen zu Ryanairs Expansionsplänen finden Sie in diesem Artikel sowie in den Ausführungen von T-Online und den Hintergründen von Ryanair selbst hier.