Ryanair bringt frischen Wind in die deutsche Luftfahrtlandschaft: Die irische Airline zieht große Pläne für den Sommer 2026 in Erwägung. Nach einer langen Phase der Zurückhaltung in Deutschland, wo hohe Gebühren und Steuern lange Zeit abgeschreckt haben, wagt Ryanair jetzt einen entscheidenden Schritt und kündigt eine spürbare Expansion an. Diese Entwicklung wird nicht nur durch die signalisierte Senkung der Luftverkehrssteuer ab Juli 2026 begünstigt, sondern auch durch das Bestreben, den deutschen Luftverkehrsmarkt zu erneuern und zu beleben. InFranken berichtet, dass insgesamt 300.000 zusätzliche Sitzplätze in den deutschen Markt zurückgebracht werden sollen.
Die entscheidende Strategie hinter dieser Expansion ist die Fokussierung auf Flughafenstandorte, die moderate Gebühren und freundliche Kostenstrukturen bieten. Die Allgäu Airport Memmingen hebt sich hierbei als klarer Gewinner hervor. Ryanair plant, elf neue Strecken an regionalen Flughäfen in Deutschland einzuführen, die vital für den regionalen Tourismus und für die Schaffung neuer Arbeitsplätze sind. Besonders betont wird, dass diese Veränderungen auch den Flughafen Köln/Bonn sowie den Niederrhein in Weeze und Bremen positiv beeinflussen sollen.
Mehr Verbindungen ab Memmingen
Die Ankündigung zur Ausweitung des Flugangebots am Allgäu-Airport Memmingen wurde am 4. Februar 2026 veröffentlicht. Ab diesem Sommer sollen zahlreiche Verbindungen zu beliebten Urlaubszielen wie Neapel, Málaga, London, Thessaloniki, Krakau und Riga wieder aufgenommen werden. Interessanterweise hat Ryanair auch angekündigt, die zuvor gestrichenen Verbindungen wieder in das Programm aufzunehmen, was die Attraktivität des Standorts weiter steigern dürfte. T-Online berichtet, dass eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den regionalen Flughäfen entscheidend für die Realisierung dieser Pläne ist.
Ryanair sieht hervorragende Chancen, das Passagieraufkommen in Deutschland auf 34 Millionen pro Jahr mehr als zu verdoppeln. Dazu ist allerdings eine umfassende Lösung der Probleme im Luftverkehr notwendig, denn der deutsche Markt hat in Europa einen eher schwachen Stand. Der Luftverkehr übersteigt lediglich 80 % des Vorkrisenniveaus. Dies ist vor allem den hohen Zugangskosten in Form von Steuern, Flugsicherungs- und Sicherheitsgebühren geschuldet. So fordert Ryanair nun von der neuen Bundesregierung die komplette Abschaffung der Luftverkehrsteuer und signifikante Reduzierungen der Gebühren, um dem deutschen Luftverkehrsmarkt neuen Auftrieb zu geben. Ryanair argumentiert, dass Länder wie Irland und Großbritannien diese Maßnahmen bereits umgesetzt haben und damit den Fluggesellschaften die Möglichkeit geben, zu wachsen.
Die Pläne umfassen auch massive Investitionen in Höhe von 3 Milliarden US-Dollar in neue Flugzeuge und die Schaffung von 1.000 neuen Arbeitsplätzen in der Branche. Damit zeigt Ryanair, dass sie ein gutes Händchen für den deutschen Luftverkehr haben könnten, wenn wesentliche Hürden beseitigt werden. Erste Ergebnisse dieser dynamischen Entwicklung könnten schon bald sichtbar werden, besonders in und um Köln und die umliegenden Regionen.