Mietwucher am Tegernsee: Rottach-Egern zählt zu Spitzenreitern!
Die Mietpreise im Kreis Miesbach steigen stark, während Maßnahmen gegen Mietwucher geplant sind. Mietbelastung liegt bundesweit auf Rang sechs.

Mietwucher am Tegernsee: Rottach-Egern zählt zu Spitzenreitern!
Die Mietpreise im Kreis Miesbach schießen nach oben und sorgen für aufgeregte Diskussionen unter den Bürgern. Aktuellen Berichten zufolge belegt der Kreis deutschlandweit den sechsten Platz bei der Mietbelastung. Besonders in den beliebten Ferienorten am Tegernsee, wie Rottach-Egern, sind die Preise exorbitant hoch. Bürgermeister Christian Köck (CSU) spricht von Angeboten, bei denen 2000 Euro für 120 Quadratmeter Wohnfläche fällig werden. Selbst bei Kaltmieten von bis zu 35 Euro pro Quadratmeter wird deutlich, dass viele Arbeitnehmer auf der Strecke bleiben.
Die bayerische Staatsregierung hat zwar Maßnahmen gegen Mietwucher angekündigt, doch der Einfluss der Kommunen auf private Mietpreise ist minimal. Während die Mietpreisbremse in Rottach-Egern für gemeindliche Wohnungen noch greift, sind die Kosten für Neubauten dort bereits auf mindestens 9 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Eine Nachfrage bei Immobilienmaklern zeigt, dass bezahlbare Mietwohnungen rar gesät sind, der Fokus liegt vielmehr auf luxuriösen Angeboten.
Rechtliche Herausforderungen
Mietwucher, eine Form der Übervorteilung im Mietrecht, ist kein Kavaliersdelikt. Liegt die vereinbarte Miete um mehr als 50 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete und wird die Zwangslage des Mieters ausgenutzt, ist das ein klarer Fall von Mietwucher gemäß § 291 StGB. In solchen Fällen drohen bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafen. Auch eine Mietpreisüberhöhung ab 20 % über der Vergleichsmiete ist nicht ohne Folgen, auch hier drohen Bußgelder zwischen 20.000 und 50.000 Euro, die die Kommunen verhängen können.
Die Justizministerin Georg Eisenreich (CSU) hat angekündigt, gegen diese praktiken vorzugehen, doch die Wirksamkeit der geplanten Maßnahmen wird von vielen als fraglich erachtet. Der Deutsche Mieterbund kritisiert zudem, dass das Angebot an Zweitwohnungen und Ferienvermietungen immer mehr Einheimische verdrängt. In Rottach-Egern ist die Mietpreisbremse nur begrenzt wirksam, da sich der Wohnraum dort zunehmend verknappen dürfte.
Soziale Herausforderungen
Eine Studie von Dataplus Research zeigt, dass Einpersonenhaushalte im Kreis Miesbach rund 37,4 % ihres Nettoeinkommens allein für Mieten ausgeben – das ist fast 14 Prozentpunkte über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Diese Zahl alarmiert nicht nur die Mieter, sondern wirft auch die Frage auf, wie es um die soziale Durchlässigkeit in der Region bestellt ist. In Bad Wiessee sind die Mieten auf 14 Euro pro Quadratmeter gestiegen, von zuvor 6 bis 8 Euro. Klare Worte findet Bürgermeister Köck: „Die Gemeinde kann nicht für die Unterbringung von Hotellerie und Gastronomie verantwortlich gemacht werden.“
Erfreulicherweise gibt es jedoch auch positive Ansätze. Waakirchen plant den Bau neuer kommunaler Wohnungen durch das Kommunalunternehmen Wohnbaugesellschaft. Dies könnte helfen, die angespannte Wohnungsmarktlage etwas zu entspannen.
Der Druck auf den Wohnungsmarkt bleibt also hoch, während die bayerische Staatsregierung bemüht ist, die Missstände anzugehen. Es bleibt abzuwarten, ob und in welchem Maße die neuen Regelungen Wirkung zeigen können.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in den Berichten von Merkur und Mietrecht.com.