Die digitale Revolution hat längst auch die Schulbildung in Deutschland erreicht. Um den Herausforderungen der digitalen Transformation gerecht zu werden, setzen die CSU-Landtagsfraktion, das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus sowie kommunale Spitzenverbände ab dem 1. Januar 2027 auf ein neues Vier-Säulen-Modell. Dieses Modell zielt darauf ab, die digitale Infrastruktur an bayerischen Schulen nachhaltig auszubauen und zu unterhalten. Der Systemwechsel von befristeten Förderprogrammen hin zu einem dauerhaft gesetzlich verankerten Zuschuss wird die Finanzierung der digitalen Ausstattung grundlegend verändern und wesentlich vereinfachen. Die umfassende Gesamteinigung zur dauerhaften Finanzierung macht Bayern zum ersten Bundesland, das diesen Schritt wagt (Quelle).
In den vergangenen Jahren hat bereits eine Vielzahl von Förderprogrammen dazu beigetragen, dass Schulen in Bayern in die digitale Ausstattung investiert haben. Dennoch war das bisherige System mit zwölf parallelen Förderprogrammen oft komplex und mit hohem Verwaltungsaufwand verbunden. Um dem entgegenzuwirken, wird das neue Modell künftig vier zentrale Säulen umfassen: die digitale Infrastruktur der Gebäude, mobile Endgeräte für Lehrkräfte und Schüler, digitale Bildungsmedien und KI-Anwendungen sowie die Wartung und Pflege der Systeme. Letztere wird bereits seit 2025 in das neue Konzept integriert (Quelle).
Finanzielle Rahmenbedingungen und Ziele
Ab dem Beginn des neuen Jahres 2027 sind für jede Schülerin und jeden Schüler pauschale Leistungen vorgesehen, die je nach Schulart variieren. Für Grundschüler beträgt die Gesamtleistung 161,23 Euro pro Jahr, während Mittelschüler mit 179,23 Euro rechnen können. Diese Gelder kommen aus dem neuen Zuschusssystem, das eine jährliche Gesamtaufwendung von rund 207 Millionen Euro im Landeshaushalt vorsieht. Zusätzlich werden Mittel aus dem Digitalpakt 2.0 des Bundes bereitgestellt. Die gesetzliche Verankerung im Bayerischen Schulfinanzierungsgesetz sorgt dafür, dass die Finanzierung langfristig abgesichert ist und die Anträge sowie Verwendungsnachweise entfallen (Quelle).
Kultusministerin Anna Stolz hebt hervor, dass die Vereinfachung des Förderprozesses und die Schaffung eines verlässlichen Finanzierungssystems im Mittelpunkt stehen. Der Freistaat Bayern hat mit der ‚BayernCloud Schule‘ auch eine Plattform geschaffen, die Software-Anwendungen und Inhalte für Schulen bereitstellt. Gleichzeitig ist die Digitalisierungsstrategie darauf ausgerichtet, digitale Werkzeuge sinnvoll im Unterricht zu integrieren und gleichzeitig die Balance zwischen analogem und digitalem Lernen zu wahren (Quelle).
Ein umfassendes Förderkonzept
Das neue Modell ergänzt die bestehenden Förderprogramme und sorgt dafür, dass alle Schulen in Bayern von den finanziellen Mitteln profitieren können. Die Förderfähigkeit erstreckt sich nicht nur auf Sachmittel wie digitale Endgeräte, sondern auch auf Personalmittel und Weiterbildungskosten für IT-Administratoren. Dies ermöglicht eine umfassende Unterstützung für die Schulen, um die IT-Infrastruktur nachhaltig zu sichern und zu optimieren (Quelle).
Durch die Einführung des Vier-Säulen-Modells wird die digitale Bildung in Bayern strukturell abgesichert. Die Investitionen sind nicht nur einmalige Maßnahmen, sondern sollen langfristig wirken und die Bildungslandschaft im Freistaat modernisieren. Mit diesem Schritt könnte Bayern einen Maßstab für andere Bundesländer setzen und die digitale Bildung auf ein neues Level heben.