In Fürstenried hat eine Bürgerversammlung für Aufregung gesorgt: Anwohner haben zahlreiche Anträge zum Schweizer Platz eingebracht, die unter anderem den Bau eines geplanten Hochhauses, die aktuelle Verkehrssituation und den allgemeinen Zustand des Platzes betreffen. Bei dieser Versammlung stimmten die Teilnehmer mit großer Mehrheit für alle Anträge, wie tz.de berichtet.
Ein zentrales Thema war die geplante Ersetzung eines Gebäudes aus den 1960er-Jahren durch einen modernen Komplex, der ein Ladenzentrum, eine Kindertagesstätte und 220 Wohnungen umfassen soll. Immobilienkontor, die Grundstückseigentümerin, ist hier eng mit der Stadt München verknüpft. Gerüchte kursieren, dass die Höhe der Neubauten von ursprünglich 43 auf bis zu 60 Meter erhöht werden könnte, was sowohl vom Sprecher des Planungsreferates als auch von Alexander Aichwalder, dem Vorsitzenden des Unterausschusses Bau und Planung im Bezirksausschuss 19, energisch dementiert wurde.
Forderungen der Anwohner
Die Anwohner haben klare Vorstellungen: Sie fordern keine Erhöhung der Geschosshöhen, sondern deren Verringerung. Ein durchdachtes Verkehrskonzept ist ebenfalls dringend notwendig, da die Infrastruktur vor Ort nicht ausreicht, um das zusätzliche Verkehrsaufkommen zu bewältigen. Eine Anwohnerin machte den Vorschlag, Poller an der Zufahrt der Graubündener Straße zu installieren, um den Fußgängerbereich besser zu schützen.
Des Weiteren wünscht man sich eine „Aufhübschung des Schweizer Platzes“. Ideen wie Blumenkübel, Trinkbrunnen und die Reparatur der Parkbänke stehen auf der Wunschliste der Bürgerinnen und Bürger, um den Platz einladender zu gestalten.
Hochhausstudie und Stadtentwicklung
Die Diskussion um den Schweizer Platz und die Hochhauspläne knüpft an die städtische Hochhausstudie an, die als fachliche Grundlage für die Planung von Hochhäusern in München dient. Diese Studie verfolgt das Ziel, eine Balance zwischen einer zeitgemäßen Architektur und dem traditionellen Stadtbild zu schaffen. Hochhäuser sollen nur an geeigneten Standorten und unter Einhaltung hoher Anforderungen an Gestaltung sowie gesellschaftlicher Qualität gebaut werden. Die Haltung der Stadt ist klar: Hochhäuser ja – aber nicht um jeden Preis, wie auf stadt.muenchen.de ausgeführt wird.
Ein weiteres Anliegen ist die nachhaltige Stadtentwicklung. Projekte sollen so geplant werden, dass Klimaneutralität und Langlebigkeit gewährleistet sind, was das Konzept der „Schwammstadt“ einschließt. Der Planungsprozess der Hochhausprojekte wird durch klare Vorgaben zur städtebaulichen Begründung und zur architektonischen Umsetzung unterstützt.
Die Bürgerinitiativen in München treten jedoch entschieden für eine gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung ein und warnen vor einer übermäßigen Hochhausentwicklung. Auf muenchner-zeitung.com wird betont, dass keine hohen Hochhäuser um jeden Preis gewollt sind, sondern dass eine nachhaltige und bürgernahe Planung im Vordergrund stehen sollte.
Die Diskussion in Fürstenried zeigt, dass die Stimme der Anwohner Gehör findet und dass der Wunsch nach einer lebenswerten und gut planbaren Stadt sowohl auf kommunaler Ebene als auch in der Bürgerschaft ankommt.