In einer spannenden Wende hat die Eisbachwelle in München, die letzte Nacht durch eine geheime Aktion wiederhergestellt wurde, am ersten Weihnachtsfeiertag ihre Tore für Surferinnen und Surfer geöffnet. Die Nachricht sorgte schnell für Aufregung in der Community und ließ die Welle, die nach der Bachauskehr im Herbst 2023 verschwunden war, zu einem beliebten Treffpunkt werden. In Neoprenanzügen ausgerüstete Surfer nutzen die provisorische Welle, die sich aufgrund eines neu installierten Bretts, das an Ketten hängt, wiederbelebt hat. Ein Banner an der Brücke mit der Aufschrift „Just Watch – Merry X-Mas“ unterstreicht den besonderen Anlass.

Doch die Freude über die Rückkehr der Surfgelegenheit wird von Problemen überschattet. Der Surf Club München hatte zuvor die Bedingungen der Stadt als „unerfüllbar“ kritisiert. Nachdem der bereichsübergreifende wasserrechtliche Antrag am 26. November 2023 eingereicht wurde, stellten die Stadtbehörden zahlreiche zusätzliche Auflagen, die den Antragstellern als überzogen erschienen. Diese beinhalten Haftungsabwälzung, permanente Bereitschaften und technische Nachweise. Der Surf Club spricht von einer Verwaltungsblockade, die den Versuch zur Wiederherstellung der Welle zunichte machte und sieht die Verantwortung klar bei den Behörden. Am 25. Dezember haben die Antragsteller schließlich den Antrag zurückgezogen.

Neue Herausforderungen und Regeln

Die provisorische Welle wird jedoch nicht von Dauer sein. Das Referat für Klima- und Umweltschutz hat klargestellt, dass die aktuellen Einbauten widerrechtlich sind, und prüft die eingereichten Unterlagen auf ihre Vollständigkeit. Der Surf Club München hatte bereits einen Vorversuch mit Holzbrettern unternommen, der jedoch nur kurzfristig funktionierte. In der aktuellen Form ist die Welle suboptimal, da sie an den Rändern mit Weißwasser bricht und nur für erfahrene Surfer geeignet ist.

Unterdessen gelten neue Sicherheitsauflagen für das Surfen an der Eisbachwelle, die im Sommer 2025 nach dem tragischen Unfall einer 33-jährigen Surferin eingeführt wurden. Diese beinhalten unter anderem, dass Surfen nur zwischen 5:30 Uhr und 22 Uhr erlaubt ist, die Pflicht zur Nutzung einer selbstöffnenden Sicherungsleine besteht und Surfer nur in Begleitung eines Partners auf die Welle dürfen. Das Baden im Eisbach bleibt trotz offizieller Untersagung beliebt, birgt aber große Risiken, die in der Vergangenheit zu vielen Unfällen geführt haben.

Der Streit um die Eisbachwelle zeigt einmal mehr, wie wichtig eine klare Kommunikation zwischen Surfern und Stadtverwaltung ist. Es bleibt abzuwarten, ob die Gelassenheit der Surfer und die Beharrlichkeit des Surf Clubs München dazu führen werden, dass langfristige Lösungen gefunden werden. Der Moment für positive Änderungen scheint gekommen zu sein, auch wenn die Herausforderungen noch groß sind.