Die Metropolregion München, die sich von Eichstätt bis zur Zugspitze erstreckt und mehr als sechs Millionen Menschen beheimatet, steht in einem überraschenden Licht. Eine aktuelle Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) bewertet die Region als die unattraktivste in ganz Deutschland. Diese Analyse beleuchtet die Lebensqualität in einer Region, die trotz ihrer kulturellen Highlights wie Museen, Theatern und der Oper, mit großen Herausforderungen konfrontiert ist. Laut der Studie empfinden viele Fachkräfte vor allem hohe Immobilienpreise sowie lange Wege zu wichtigen Einrichtungen wie Krankenhäusern und Schulen als drängende Probleme, die zu einer zunehmenden Unzufriedenheit führen, insbesondere außerhalb der Stadt München, wie augsburger-allgemeine.de berichtet.
Was bedeutet das für die Region? Ein genauerer Blick auf die Daten zeigt, dass die Metropolregion München mit den höchsten Miet- und Immobilienpreisen unter den großen Ballungszentren konfrontiert ist. Gleichzeitig fehlt es an ausreichend Freizeit- und Erholungsflächen. Nur 0,9% der Bodenfläche sind dafür reserviert, während es im Ruhrgebiet immerhin 5,2% sind. Auch die medizinische Versorgung ist ein Thema: Hier kommen nur 53,4 Krankenhausbetten auf 10.000 Einwohner, verglichen mit 72,8 im Ruhrgebiet. Dies sind Punkte, die die Lebensqualität stark beeinträchtigen, so br.de.
Studie mit verschiedenen Perspektiven
Die IW-Studie bewertet 12 große Metropolregionen Deutschlands basierend auf 23 Indikatoren, die sechs Lebensbereiche abdecken: Familie, Wohnraum, Ausgehen, Kultur und Gesellschaft, Sport und Freizeit sowie Verkehr und Versorgung. Hierbei stellt München in einigen Bereichen, wie der Kultur, die hinteren Plätze. Dies gilt besonders für die Vielfalt der LGBTQI+–Communities, wo München nur den vorletzten Platz belegt. Trotz der Herausforderungen hat die Stadt jedoch die höchste Geburtenrate, wie die Studie hervorhebt.
Immer häufiger klagen die Bewohner, dass die Lebensqualität mit zunehmender Distanz zu München sinkt. Der Verein „Europäische Metropolregion München (EMM)“ hat bereits gefordert, die Ergebnisse der Studie differenziert zu betrachten. Die Spitzenvertreter der Region fordern Maßnahmen zur Verbesserung der Situation, wie etwa den Ausbau des Verkehrsnetzes, mehr Wohnungsbau und die Entbürokratisierung von Bauvorhaben.
Konsequenzen für die Zukunft
Die IW-Studie wirft ein Schlaglicht auf die Disparitäten in Deutschland und zeigt den Bedarf an gleichwertigen Lebensverhältnissen, wie sie im Grundgesetz verankert sind. Der Diskurs über das „gute Leben“ hat sich verschoben und erfordert breitere Diskussionen über die Lebensqualität in den Regionen. Die Studie ist ein klarer Aufruf, die Situation nicht nur zu betrachten, sondern aktiv an der Verbesserung zu arbeiten. Im Vergleich zu anderen Regionen zeigt das Ruhrgebiet, das den ersten Platz belegt, wie wichtig eine ausgewogene Lebensqualität ist, die alle Bürger:innen einbezieht, wie auch iwconsult.de anmerkt.
Die Ergebnisse dieser Studie sollten als Anstoß dienen, um die Metropolregion München zu einem lebendigen und attraktiven Lebensraum für alle zu machen. Es liegt an den Verantwortlichen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und auf die Bedürfnisse der Bevölkerung einzugehen, um die Region nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Realität zu verbessern.