Heute ist der 4.03.2026 und die Vorfreude auf die traditionelle Fastenpredigt am Münchner Nockherberg ist groß. In diesem Jahr wird der bekannte Schauspieler und Kabarettist Stephan Zinner die Rolle des Fastenpredigers übernehmen. Er folgt damit auf Maxi Schafroth, der nach fünf Jahren aus dem Amt schied, und dessen kritische Ansprache beim Starkbieranstich in der Vergangenheit für Kontroversen sorgte. Zinner wird am 4. März 2026 die Fastenpredigt halten, die im BR Fernsehen live übertragen wird.
Stephan Zinner, 51 Jahre alt und ein künstlerisches Multitalent, ist in Bayern kein Unbekannter. Mit Wurzeln in Trostberg, Oberbayern, hat er sich über die Jahre als Schauspieler, Kabarettist und Autor einen Namen gemacht. Er absolvierte von 1995 bis 1997 eine Schauspielausbildung an der Schauspielschule Zerboni in München und war Teil des Ensembles des Salzburger Landestheaters sowie der Münchner Kammerspiele. Seine schauspielerischen Fähigkeiten sind unter anderem in Filmen wie „Shoppen“, „Beste Zeit“, „Räuber Kneißl“ und „Die Perlmutterfarbe“ zu sehen. Außerdem ist Zinner seit 2021 als Assistent Dennis Eden in der beliebten Krimireihe „Polizeiruf 110“ zu sehen und war zuvor als Metzgermeister Simmerl in den Eberhofer-Krimis aktiv.
Stephan Zinner als neuer Fastenredner
Der Starkbieranstich am Nockherberg ist ein Pflichttermin für Bayerns politische Spitze und wird durch die Kombination aus Fastenpredigt und Singspiel zum besonderen Ereignis. Zinner hat bereits einige Ideen für seine Fastenrede verworfen, darunter einen Zettel mit dem Titel „Was ich immer schon sagen wollte“. Er plant, als Wähler und Bürger aufzutreten und nicht als Kunstfigur, und kündigt eine direkte Ansprache an, in der er Politiker kritisieren möchte, die viel beschließen, aber wenig umsetzen.
Im Juni 2022 erhielt Zinner den Anruf der Paulaner-Brauerei, ob er die nächste Fastenrede halten wolle. Seine Vorgänger, wie Maxi Schafroth, standen in der Kritik, was die Brisanz der Fastenpredigt in diesem Jahr zusätzlich erhöht. Zinner beschreibt seinen Schreibtisch als „eine wilde Zettelwirtschaft mit System,“ was auf seine kreative Herangehensweise an die Rede hinweist.
Ein Blick auf die Tradition
Die Fastenpredigt und das Singspiel finden wenige Tage vor der Kommunalwahl in Bayern statt, was der Veranstaltung zusätzliche politische Relevanz verleiht. Historisch gesehen ist das „Derblecken“ eine Plattform, auf der gesellschaftliche und politische Themen humorvoll beleuchtet werden. Zinner, der bis 2019 regelmäßig die Rolle von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder im Singspiel spielte, bringt viel Erfahrung und eine frische Perspektive in die Tradition ein.
Die Fastenpredigt ist nicht nur ein kulturelles Highlight, sondern auch ein Spiegelbild der bayerischen Gesellschaft und ihrer Herausforderungen. Mit Zinners erstem Auftritt als Fastenprediger wird ein neuer Abschnitt in dieser Tradition aufgeschlagen, der sowohl amüsant als auch nachdenklich stimmen dürfte. Die Bühne des Nockherbergs, die bereits viele bedeutende Redner gesehen hat, wird auch in diesem Jahr ein Ort des kreativen Austauschs und der politischen Reflexion sein.
Für Zinner, der verheiratet ist und drei Kinder hat, ist dies nicht nur eine berufliche Herausforderung, sondern auch eine persönliche. Neben seinen Tätigkeiten als Schauspieler und Kabarettist hat er auch drei Bücher mit Kurzgeschichten und Hörspieltexten veröffentlicht. Wir dürfen gespannt sein, wie er die Tradition des Nockherbergs interpretiert und welche Themen er in seiner Fastenrede aufgreifen wird.

