In der Stadt Neu-Ulm gibt es aktuell Bewegung im Bereich der Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur. Die Stadtverwaltung hat am Montagnachmittag bekannt gegeben, dass in dieser Woche keine vorbereitenden Maßnahmen für den Neubau des Donauuferwegs zwischen der Gänstorbrücke und der Villa Schäfer durchgeführt werden. Diese Entscheidung folgt einer erneuten Überprüfung der Planung nach dem Stadtratsbeschluss vom 30. September 2025. In der Öffentlichkeit gab es Irritationen über die Anzahl der zu fällenden Bäume, nachdem die Stadt am Freitag die vorbereitenden Maßnahmen angekündigt hatte. Bei der vertieften Planung stellte sich heraus, dass mehr Bäume für die Verbreiterung und angepasste Führung des Rad- und Fußwegs betroffen sind als ursprünglich angenommen. Der Neu-Ulmer Stadtrat soll am Mittwoch über die Hintergründe der Baumfällung informiert werden. Die aktualisierte Planung und die Gründe für die veränderte Anzahl der Baumfällungen werden am Mittwoch im Stadtrat erläutert. Ziel des Projekts bleibt der Neubau eines leistungsfähigen und durchgängigen Rad- und Fußwegs entlang der Donau sowie die Stärkung des Radverkehrs in Neu-Ulm. Am Montag fand zudem eine Demonstration im Bereich der Villa Schäfer statt, die auf die Bedenken der Bürger aufmerksam machte. Mehr dazu hier.

Infrastrukturprojekte und Umleitungen

Der Neubau der Gänstorbrücke und Adenauerbrücke in Neu-Ulm ist ein zentrales Infrastrukturprojekt, das auch die Planung für Rad- und Fußverkehr betrifft. Während der Bauzeit wurden klare Umleitungskonzepte für den Autoverkehr kommuniziert, jedoch fehlen bislang detaillierte Planungen für den Rad- und Fußverkehr. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat deshalb Anfragen an die Stadtverwaltung gestellt. Diese beziehen sich unter anderem auf Umleitungen für Rad- und Fußverkehr während des Abrisses und Neubaus der Gänstorbrücke, sowie auf die Anbindung des Ersatzstegs während der Bauzeit der Adenauerbrücke an das bestehende Rad- und Fußwegenetz. Darüber hinaus werden Regelungen für den Illerradweg und sichere Wege für Fußgänger*innen und Radfahrende zwischen der Stadtmitte und Zielen wie Donaubad und Orange Campus gefordert.

Die Integration der neuen Adenauerbrücke in das bestehende Netz und ein Zeitplan dafür sind ebenfalls von großer Bedeutung. Ziel ist es, den Radverkehrsanteil in Neu-Ulm auf mindestens 20 % zu steigern und den Fußverkehr zu fördern. Brücken über die Donau stellen natürliche Engstellen dar, die durchdachte Verkehrsführungen erfordern. Eine frühzeitige und transparente Planung von Umleitungen sowie die Anbindung neuer Wege sind entscheidend für die Verkehrswende in der Stadt. Weitere Informationen finden Sie hier.

Die Bedeutung der Radverkehrsförderung

Im Kontext der aktuellen Entwicklungen ist das Projekt „KoRa: Beseitigung von Umsetzungshemmnissen in der kommunalen Radverkehrsplanung“ von besonderem Interesse. Dieses Projekt fokussiert sich auf die Prozesse der Radverkehrsförderung und Radverkehrsinfrastruktur in Kommunen und bietet individuelle Handlungsempfehlungen zur Optimierung der Planungsprozesse. Die Ergebnisse zeigen, dass die (Verwaltungs-)Prozesse in Kommunen zwar Ähnlichkeiten, aber auch Unterschiede aufweisen. Um die kommunale Radverkehrsförderung zu beschleunigen, wurde zudem ein Online-Tool entwickelt, das den Kommunen helfen soll, geeignete Maßnahmen zu identifizieren. Mehr dazu erfahren Sie hier.