In Neu-Ulm stehen die Vorbereitungen für eine zentrale Kitaplatzvergabe in vollem Gange. Wie Augsburger Allgemeine berichtet, soll künftig eine gerechtere Verteilung der Plätze gewährleistet werden. Die Stadtverwaltung hat sich zum Ziel gesetzt, die Vergabe transparenter und familienfreundlicher zu gestalten. Hierzu wurden bereits zwei neue Sachbearbeiterinnen eingestellt, die in einem neuen, sicheren Arbeitsumfeld tätig sein werden, während sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf den Umzug vorbereiten.

Mit der zentralen Vergabe rechnet die Verwaltung auch mit einem erhöhten Zustrom von Eltern, weshalb ein Sicherheitskonzept implementiert wird. Der „Go-live“ des neuen Elternportals ist für den Januar 2026 geplant, was zahlreiche Eltern in der Region interessiert. Um die Systemumstellung zu erleichtern, fand bereits im Juli 2023 eine Schulung des Verwaltungsteams statt, gefolgt von einem Training für die Kitas im Oktober 2023.

Umfassende Lösung für Familien

Die Stadt Neu-Ulm setzt auf die Plattform von Little Bird, um die Vergabe der Kitaplätze effektiver zu gestalten. Diese Lösung wird von vielen Betreuungsanbietern und Trägern unterstützt, darunter die akadeMINIS e. V., die Christliche Elterninitiative Schmitzhöhe e.V., Arbeiterwohlfahrt (AWO), Caritas, Diakonie, Montessori- und Waldorfkindergärten sowie verschiedene Elterninitiativen und gemeinnützige Organisationen. Mit einem breiten Spektrum an pädagogischen Konzepten – von Montessori-Pädagogik über Reggio-Pädagogik bis hin zu integrativen Einrichtungen – sorgt die Stadt Neu-Ulm dafür, dass für jedes Kind die passende Betreuungsform bereitsteht.

Die Vielzahl an Angeboten reicht von Tagespflege über Familienzentren bis hin zu Ganztagsschulen und Horten und bietet somit flexible Betreuungsmodelle, die auch die Mehrsprachigkeit und kulturelle Vielfalt berücksichtigen. Die Öffnungszeiten und besonderen Angebote orientieren sich an den Bedürfnissen der Eltern, was den Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert.

KitaMatch für faire Vergabe

Ein besonders wichtiges Element der zentralen Vergabe ist die Implementierung des KitaMatch-Systems, das vom ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung entwickelt wurde. Ziel dieser Software ist es, eine gerechte, schnelle und transparente Vergabe von Kita- und Tagespflegeplätzen sicherzustellen. Das Verfahren, das bereits in mehreren Kommunen erfolgreich betrieben wird, basiert auf einem algorithmusbasierten Ansatz, der strategische Unsicherheiten bei der Platzvergabe minimiert.

Der Prozess zur Zuteilung der gewünschten Plätze umfasst einige wichtige Schritte: Von der Vereinbarung objektiver Aufnahmekriterien über die Anmeldung durch die Eltern bis hin zum eigentlichen Matching-Day, an dem die Plätze vergeben werden. Dieses durchdachte System verspricht für alle Beteiligten – darunter Jugendämter, Kitas und Eltern – Vorteile in Bezug auf Transparenz, Fairness und Geschwindigkeit.

Die vollständige Umstellung auf die zentrale Platzvergabe ist bis Ende des ersten Quartals 2026 geplant, und die ersten Anmeldungen für das kommende Kindergartenjahr sind ab 15. Januar 2026 möglich. Ein Brief an die Eltern wird im Dezember 2023 verschickt, um weitere Informationen zur bevorstehenden Umstellung bereitzustellen.

In diesem Sinne steht Neu-Ulm nicht nur an der Schwelle zu einer neuen Ära in der Kitaplatzvergabe, sondern setzt auch Maßstäbe für andere Kommunen, die das Thema Kita-Management neu denken möchten. Mit dem richtigen Ansatz und der Unterstützung der Gemeinschaft könnte dies ein erstklassiger Schritt in Richtung einer besseren Zukunft für die kleinsten Bürger der Stadt sein.