Im beschaulichen Neuburg-Schrobenhausen wird am kommenden Sonntag, den 8. März, um 17 Uhr eine besondere Predigt stattfinden. Der zweite Fastenprediger des Jahres, Christian Hartl, wird in der Kirche Heilig Geist über ein Thema sprechen, das viele bewegt: „Spiritualität ist in – der Heilige Geist auch?“ Hartl, der seit 2021 Bischöflicher Beauftragter für geistliches Leben und Leiter des Exerzitienhauses in Leitershofen ist, bringt eine Fülle an Erfahrungen mit, die seine Sichtweise prägen. Zuvor war er fünf Jahre lang Hauptgeschäftsführer des kirchlichen Osteuropa-Hilfswerks Renovabis und ist promovierter katholischer Theologe sowie geistlicher Begleiter.
In seiner Predigt wird Hartl die verschiedenen Dimensionen von Spiritualität beleuchten und Beispiele von Menschen zeigen, die ihre Spiritualität aktiv leben. Er betont, dass in einer sachlichen Welt viele Menschen nach Tiefe und echtem Glauben suchen. „Spiritualität im christlichen Sinne ist gelebter Glaube“, so Hartl, der darauf hinweist, dass diese Art der Spiritualität etwas Alltägliches ist, das im Hier und Heute erfahrbar werden kann. Sie basiert auf dem Evangelium Jesu Christi und umfasst Schöpfung, Erlösung und Inspiration durch den Heiligen Geist. Seine Ansichten stehen im Einklang mit seiner neuen Rolle im Bistum Augsburg, die sich auf die Förderung von Spiritualität konzentriert.
Das Engagement für Spiritualität
Christian Hartl, der 2021 in die Diözese Augsburg zurückkehrte, wurde von Bischof Bertram Meier zum Geistlichen Direktor des Exerzitienhauses Leitershofen ernannt. Diese neue Position zielt darauf ab, die Präsenz von Spiritualität in der Diözese zu erkunden und geistliche Orte sowie Akteure zu vernetzen. Hartl sieht seine Arbeit auf drei Ebenen: Menschen in den Gemeinden, Multiplikatoren wie Priester und Laien im pastoralen Dienst sowie die diözesane Leitungsebene. Er möchte ein Netzwerk schaffen, das geistliche Angebote übersichtlicher gestaltet und somit einen leichteren Zugang für alle Interessierten bietet.
Ein bedeutendes Projekt, das Hartl ins Auge gefasst hat, ist das Ulrichsjubiläum 2023-2024, das einen geistlichen Aufbruch fördern soll. Er bringt Erfahrung als Gemeindeseelsorger und Priesterausbilder mit, ist ignatianisch geprägt und mit der Gemeinschaft Sant’Egidio verbunden. Hartl betont die Wichtigkeit von Zusammenarbeit und Wertschätzung unter verschiedenen spirituellen Gruppen und möchte die Vielfalt der spirituellen Suchbewegungen im 21. Jahrhundert in seiner Arbeit berücksichtigen.
Christliche Spiritualität im Kontext
Die christliche Spiritualität, auf die Hartl Bezug nimmt, bezieht sich auf spezifische Formen der Spiritualität im Kontext des Christseins. Sie steht im Mittelpunkt der persönlichen Beziehung des Gläubigen zu Gott oder Jesus Christus und ist tief verwurzelt im Neuen Testament und urchristlichen Erfahrungen. Diese Spiritualität drückt sich im Alltag aus und verbindet Gotteserfahrung mit ethischem Handeln. Sie überschreitet konfessionelle Grenzen und bietet Raum für individuelle Vervollkommnung, die als Gnade erlebt wird und nicht durch Techniken erreichbar ist. Christen erwarten die Wiederkunft Christi und bereiten sich auf den eigenen Tod und die Apokalypse vor, was sich in einem eschatologischen Bewusstsein äußert.
Die Spiritualität hat sich über die Jahrhunderte entwickelt und wurde durch verschiedene historische Strömungen geprägt. Vom Mittelalter mit Frauen wie Hildegard von Bingen bis hin zur Reformation, die durch Martin Luther und Ignatius von Loyola neue Akzente setzte, zeigt sich, wie dynamisch dieses Feld ist. Auch im 20. Jahrhundert gab es neue Impulse durch das „Erwachen der Kirche in der Seele“ und eine Suche nach gemeinschaftlicher Mystik. Hartl erkennt die Notwendigkeit, diese vielfältigen Traditionen zu würdigen und in seiner Arbeit zu integrieren.
In diesem Sinne wird seine Predigt in Neuburg-Schrobenhausen sicherlich dazu beitragen, das Bewusstsein für die Bedeutung von Spiritualität im Alltag zu schärfen und Menschen zu inspirieren, ihren eigenen Weg zu finden. Für weitere Informationen zu Christian Hartl und seiner Arbeit kann die Quelle hier eingesehen werden, sowie zusätzliche Informationen zu seiner Rolle in der Diözese Augsburg in der Quelle hier.