In der Wirtschaft des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen herrscht derzeit Unruhe und Unsicherheit. Die Ergebnisse der aktuellen IHK-Unternehmensumfrage zeichnen ein düsteres Bild: Die regionale Wirtschaft verliert an Dynamik und der Wohlstand, der früher selbstverständlich war, scheint in Gefahr. Der IHK-Chef Manfred Gößl beschreibt die Geschäftslage als historisch schlecht, was sich auch in den düsteren Zahlen widerspiegelt. Während die durchschnittliche Geschäftslage in Bayern bei 9 Punkten liegt, erreicht unsere Region nur 2 Punkte – ein klarer Rückgang im Vergleich zu den früheren +17 Punkten. Die Erwartungen für die kommenden Monate sind ebenfalls pessimistisch, mit einem Saldo von -13 in der Region, was die Sorgen der Unternehmer unterstreicht.
Was sind die Hauptursachen für diese besorgniserregende Entwicklung? Laut der Umfrage beklagen 72% der Unternehmen eine schwache Nachfrage, während hohe Energiepreise jedes zweite Unternehmen belasten. Nur 14% der Betriebe rechnen mit einer Belebung der Geschäftslage, während 26% einen weiteren Rückgang erwarten. Besonders der Rückgang des Automobilbooms rund um Audi wird als maßgeblich für den wirtschaftlichen Abschwung angesehen. Die Investitionsbereitschaft hat sogar einen historischen Tiefstand erreicht: Bayernweit liegt sie bei +1, in der Region jedoch bei -14. Diese Entwicklung könnte die Arbeitslosigkeit zusätzlich anheizen, was die Verteidigungsindustrie vor enorme Herausforderungen stellt.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die Schwierigkeiten im Landkreis sind nicht nur lokal zu sehen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat kürzlich die *IHK-Unternehmensbarometer 2025* vorgestellt, und die Ergebnisse verdeutlichen, dass viele Unternehmen die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zunehmend kritisch betrachten. Hauptgründe dafür sind bürokratische Hürden sowie steigende Energiepreise und Arbeitskosten. Die Umfrage zeigt, dass 89% der Befragten eine geringere Verlässlichkeit in der Wirtschaftspolitik beklagen, und 87% sehen eine Zunahme bürokratischer Belastungen. Der Handlungsbedarf ist offensichtlich: 95% der Unternehmen fordern einen Bürokratieabbau, 70% wünschen eine Beschleunigung der Genehmigungsprozesse und 60% setzen sich für die Senkung der Unternehmenssteuern ein.
Diese Herausforderungen sind Teil eines größeren Trends, der für die gesamte deutsche Wirtschaft gilt. Die wirtschaftliche Lage bleibt kritisch, wie eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) zeigt. Viele Unternehmen sind besorgt über die hohen Kosten und die Unsicherheiten, die sie belasten. Insbesondere in Branchen wie Bau, Automobilindustrie, Maschinenbau sowie Eisen- und Stahlproduktion sind die Anforderungen enorm. Prognosen deuten für 2025 auf ein minimales Wachstum von nur 0,1%, während die OECD optimistischerweise von 0,7% Wachstum ausgeht. Die geopolitischen Spannungen und der anhaltende Krieg in der Ukraine verstärken die Unsicherheiten weiter.
Die Situation vor Ort
Die Überalterung der Unternehmenslandschaft ist ein weiteres Problem. Viele Unternehmer sind über 60 Jahre alt, und der Mangel an Nachfolgern könnte Investitionen hemmen und den notwendigen Wandel erschweren. Zudem sehen 75% der Befragten Arbeitskosten als belastend und befürchten, dass die Gehaltsrivalität gegenüber Audi die Spardrucksituation im Mittelstand verschärft. Prüfen wir jedoch die lokale Situation genauer: Wie man sieht, gibt es zahlreiche Ansätze zur Bekämpfung dieser Krisen. Gößl fordert nachdrücklich, dass Kommunen und Wirtschaftsförderer ihre Unterstützung für die heimischen Unternehmen ausbauen. Besonders betont werden die Notwendigkeit von Kooperationen, verbesserte Serviceangebote und die Entbürokratisierung.
Die wirtschaftliche Lage in Neuburg-Schrobenhausen und ganz Deutschland steht auf der Kippe. Es liegt an den Verantwortlichen, die richtigen Maßnahmen einzuleiten, um den Herausforderungen zu begegnen und wieder auf einen Kurs des Wachstums und der Stabilität zu kommen. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, ob diese Weichenstellungen getroffen werden können. In dieser kritischen Phase sind Lösungen gefragt, um dem drohenden wirtschaftlichen Abstieg entgegenzuwirken.
Die Leser:innen sind aufgerufen, aufmerksam zu bleiben – denn da liegt was an!