Im März 2025 wurden drei Männer wegen gemeinschaftlichen Mordes in einem erschütternden Fall verurteilt, der als „Gleismord“ in die Geschichte einging. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Leipzig hat nun die Revisionen von zwei litauischen Leiharbeitern in diesem Fall abgewiesen, was die Rechtskraft des Urteils des Landgerichts Nürnberg-Fürth bestätigt. Die Überprüfung ergab keine Rechtsfehler, sodass die Verurteilungen Bestand haben. Die Täter hatten einen 48-jährigen Letten brutal zusammengeschlagen und ihn bewusstlos auf Bahngleise gelegt, wo er von einem Güterzug erfasst und getötet wurde. Der Hauptangeklagte, Rädelsführer der Gruppe, erhielt eine lebenslange Freiheitsstrafe und beging später im Gefängnis Suizid. Die beiden anderen Angeklagten erhielten Haftstrafen von 13 und 9 Jahren, letzterer wurde aufgrund einer kognitiven Beeinträchtigung milder bestraft. Richter Markus Bader bezeichnete die Tat als „Mord, der an Abscheulichkeit kaum zu überbieten sei“ (BR.de).

Die grausame Tat ereignete sich im April 2024 in einer Monteurunterkunft in Neumarkt in der Oberpfalz. Nach einem Streit mit dem Letten, der ein Bekannter der Täter war, eskalierte die Situation derart, dass die Männer ihn zu Boden schlugen, ihn zur Bahnstrecke schleppten und schließlich quer auf ein vielbefahrenes Gleis legten, wo er überrollt wurde. Das Gericht stellte klar, dass die Tat aus niedrigen Beweggründen begangen wurde und wertete den Alkoholkonsum der Täter nicht strafmildernd. Besonders tragisch war, dass die Lokführerin des Zuges bereits ihren zweiten Schienentod erleiden musste. Diese Details verdeutlichen die Brutalität und die Abscheulichkeit der Tat, die nicht nur das Leben des Opfers, sondern auch das der Lokführerin nachhaltig beeinflussten (Stern.de).

Ein Blick auf Bahnkriminalität in Deutschland

Der Gleismord ist ein besonders krasser Vorfall in einem besorgniserregenden Trend von Gewalt und Kriminalität in und um Bahnhöfe. Laut aktuellen Zahlen der Polizei gab es im Jahr 2024 mehr Körperverletzungen als im Vorjahr. In den ersten zehn Monaten des Jahres stieg die Zahl der Körperverletzungen in Bahnhöfen auf rund 10.600, während in Zügen auf freier Strecke 2.661 Übergriffe gemeldet wurden. Die meisten Vorfälle ereigneten sich im Regionalverkehr. Täglich nutzen etwa 20 Millionen Reisende die 5.700 Bahnhöfe in Deutschland, was die Herausforderung der Sicherheit in diesem Bereich verdeutlicht (Tagesschau.de).

Ein weiteres Problem ist der Diebstahl, der in Bahnhöfen und Zügen an der Tagesordnung ist. Bis Ende Oktober 2024 wurden in Bahnhöfen 10.185 Diebstähle und in Zügen 10.118 Diebstähle registriert. Besonders problematisch ist der Anstieg von Diebstählen in Hochgeschwindigkeitszügen und im Regionalverkehr. Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, hat die Deutsche Bahn ihre Investitionen in Sicherheitsmaßnahmen erheblich erhöht und setzt umfassende Kameraüberwachungsmaßnahmen ein. Jährlich fließen über 200 Millionen Euro in die Sicherheit, um Reisende zu schützen und ein sicheres Umfeld zu schaffen.