Am 6. November 2025 kam es am Nürnberger Hauptbahnhof zu einem Vorfall, der die Sicherheitsvorkehrungen an deutschen Bahnhöfen in den Fokus rückte. Eine 57-jährige Mutter verlor ihre 26-jährige Tochter, die auf Hilfe angewiesen ist, aus den Augen, als sie mit ihren anderen Töchtern in einen ICE nach Würzburg einstieg. Die Tochter blieb am Bahnsteig 6 zurück, und die Mutter bemerkte ihr Fehlen erst nach der Abfahrt des Zuges. Dies wirft Fragen zu den bestehenden Unterstützungsangeboten für Menschen mit Behinderungen auf.
Nachdem die Mutter in Würzburg angekommen war, ergriff sie sofort Maßnahmen und nahm den nächsten Zug zurück nach Nürnberg. Leider konnte sie ihre Tochter dort nicht finden. In einem verzweifelten Versuch wandte sie sich an die Bundespolizei, die umgehend die Sicherheitskameras des Bahnsteigs auswertete. Diese Aufnahmen zeigten, dass die Tochter eine ganze halbe Stunde allein auf dem Bahnsteig wartete, bevor sie in einen ICE nach Berlin einstieg. Hierbei wäre eine bessere Unterstützung für Personen mit körperlichen Einschränkungen eine wertvolle Hilfe gewesen.
Hilfsangebote an Bahnhöfen
Informationen zur barrierefreien Ausstattung an Bahnhöfen sind auf bahnhof.de verfügbar. Dort können Reisende ihren gewünschten Bahnhof auswählen und sich über die vorhandenen Barrierefreiheitsangebote informieren. Auch der Mobilitätsservice, der Unterstützung beim Ein-, Aus- oder Umstieg bereitstellt, könnte in solchen Situationen entscheidend helfen. Dieser Service ist für Menschen mit Seheinschränkungen, Rollstuhlfahrer und Reisende mit Kinderwagen zugänglich und sollte bei der Planung einer Reise in Anspruch genommen werden.
Die Bundespolizei in Nürnberg informierte rasch ihre Kollegen in Berlin über den Vorfall. Glücklicherweise wurde die vermisste 26-Jährige in der Zugangshalle des Berliner Hauptbahnhofs aufgefunden. Die Rückkehr nach Nürnberg wurde organisiert, und sie konnte in Begleitung eines Bahnmitarbeiters in einem ICE-Sprinter reisen. Durch diese Zusammenarbeit wurde die Familie schließlich kurz vor 21 Uhr wiedervereint, was für alle Beteiligten eine große Erleichterung war.
Fälle wie dieser verdeutlichen die Notwendigkeit, die bestehenden Mobilitätsangebote und Unterstützungsmöglichkeiten an Bahnhöfen weiter auszubauen, um sicherzustellen, dass niemand in einer Hilfsbedürftigen Situation allein gelassen wird. Die Bahnhofsmission bietet bereits an 100 Bahnhöfen deutschlandweit Informationen und Hilfe für Reisende an und könnte eine gute Anlaufstelle für zukünftige Situationen sein.
Über die Berechtigung zum Parken für Menschen mit Behinderung informiert die Deutsche Bahn ebenfalls, dass an unbeschrankten Parkeinrichtungen bis zu 24 Stunden kostenlos geparkt werden darf, wenn ein entsprechender Parkausweis sichtbar im Fahrzeug platziert ist.
In Anbetracht der Ereignisse ist es wichtig, dass alle Reisenden, besonders solche mit besonderen Bedürfnissen, über die verfügbaren Hilfsangebote gut informiert sind. Sicherheit und Unterstützung sollten für jeden Reisenden an oberster Stelle stehen.