In den kommenden Tagen wird das ARD-Dokudrama „Nürnberg 45 – Im Angesicht des Bösen“ seine Premiere feiern. Am 9. November 2025 um 23:05 Uhr wird der Film, der sich mit dem ersten Prozess gegen die Verantwortlichen für Krieg und Völkermord auseinandersetzt, auf Das Erste ausgestrahlt. Damit rückt ein zentrales Kapitel der Geschichte, das den Holocaust und die Nürnberger Prozesse beleuchtet, wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Laut Das Erste, verwendet der Film eine Mischung aus Spielszenen, nachkolorierten Archivmaterialien und Interviews, um das Geschehen lebendig zu machen.

Im Fokus stehen zwei beeindruckende Holocaust-Überlebende: Ernst Michel, der als junger Mann Auschwitz überlebte und als Reporter bei den Nürnberger Prozessen anwesend war, und Seweryna Szmaglewska, die zwei Jahre in Birkenau verweilte. Michel beschreibt seine Erfahrungen im Gerichtssaal als „unfassbar“ und „verrückt“. Diese persönlichen Erzählungen geben dem Zuschauer eine emotionale Perspektive auf die Ereignisse, die sich damals abspielten. Der Drehbuchautor Dirk Eisfeld hebt die außergewöhnliche Geschichte von Ernst Michel hervor, der dringend verstehen will, wie so etwas Schreckliches geschehen konnte.

Die Nürnberger Prozesse im Detail

Die Nürnberger Prozesse sind als Geburtsstunde des modernen Völkerstrafrechts bekannt. In ihrem Verlauf sahen sich Angeklagte wie Hermann Göring, der sich nicht schuldig bekannte, dem Gericht gegenüber. Viele von ihnen wirkten arrogant und wenig kooperativ, was die Situation für die Ankläger und vor allem die Überlebenden, die als Zeugen auftraten, zusätzlich erschwerte. Von 139 Zeugen waren nur drei KZ-Überlebende. Dies führte zu Enttäuschungen, da die Ankläger oft eher auf Dokumente als auf Zeugenaussagen setzten. Szmaglewska wollte ihre Geschichte erzählen, durfte jedoch erst spät aussagen.

Besonders beunruhigend ist, dass ein Drittel der Deutschen glaubt, der Nationalsozialismus sei zu negativ dargestellt. Dieses Gefühl führt unweigerlich zu Geschichtsverfälschung, weshalb der Film und ein begleitender vierteiliger Podcast, der ab dem 19. November in der ARD Audiothek verfügbar sein wird, Aufklärung und Bildung fördern möchte.

Die Tragödie des Holocausts

Im Kontext der Nürnberger Prozesse ist es essenziell, die Ereignisse des Holocausts zu verstehen. Zwischen 1941 und 1945 wurden etwa sechs Millionen europäische Juden systematisch ermordet, was rund zwei Drittel der jüdischen Bevölkerung in Europa ausmachte. Die Massenexekutionen und die grausame Nutzung von Gas Kammern in Vernichtungslagern, insbesondere Auschwitz-Birkenau, sind tragische Beispiele für die unmenschlichen Taten, die unter dem Nazi-Regime begangen wurden. Die Ideologie, die diesen Verbrechen zugrunde lag, war von einem tief verwurzelten Rassismus geprägt und führte zur brutalsten Form von Antisemitismus. Wikipedia hebt hervor, dass die Nuremberger Gesetze Juden die Bürgerrechte entzogen und somit den Weg für die grausamen Verbrechen ebneten, die folgten.

Der Holocaust ist nicht nur eine Frage der Vergangenheit, sondern hat auch heute noch Auswirkungen auf die Gesellschaft und das kollektive Gedächtnis. Es ist von größter Bedeutung, die Erinnerung wachzuhalten und den Generationen nach uns zu zeigen, wo Intoleranz und Hass hinführen können. Ein aufklärerischer Film wie „Nürnberg 45 – Im Angesicht des Bösen“ ist in dieser Hinsicht ein wichtiger Schritt, um die Schrecken der Geschichte nicht zu vergessen.

Die andauernde Aufarbeitung dieser Themen zeigt, dass wir als Gesellschaft bereit sein müssen, uns mit unserer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Auf diese Weise können wir sicherstellen, dass sich solche Verbrechen nicht wiederholen und dass die Stimmen der Überlebenden weiterhin gehört werden.

Die Geschichte lehrt uns, dass es an uns liegt, die Lehren der Vergangenheit an die nächste Generation weiterzugeben, um eine friedlichere Zukunft zu sichern. Dabei stehen Bildungsangebote und Dokumentationen wie diese unverzichtbar im Vordergrund.