Am heutigen Tag, dem 5. März 2026, versammeln sich SchülerInnen, Azubis und Studierende in ganz Deutschland, um gegen die geplante Wiedereinführung der Wehrpflicht zu protestieren. Initiator dieser bundesweiten Aktion ist der Künstler und Autor Simon Marian Hoffmann, der die Teilnehmer dazu aufruft, zwei Stunden lang die Arbeit niederzulegen. In Nürnberg findet diese Veranstaltung am Kornmarkt von 10 bis 12 Uhr statt und ist Teil des größeren Projekts „Aufstand der Jugend“, das auf die Gründung eines Deutschen Jugendrats abzielt. Ein besonderes Highlight wird der Dreh eines Musikvideos sein, bei dem die Teilnehmenden in Piratenkostümen unter der „One Piece“-Flagge auftreten. Diese Aktion ist ein Zeichen für die Forderung nach demokratischer Mitsprache der jungen Generation bei Entscheidungen zur Wehrpflicht.

Die Protestbewegung wird von einer Petition begleitet, die unter dem Titel „Keine Wehrpflicht ohne Mitsprache der Jugend!“ auf der Plattform innn.it bereits knapp 90.000 Unterstützer gesammelt hat. Die Bildungsgewerkschaft GEW hat ihre Solidarität mit den streikenden SchülerInnen und Studierenden erklärt und fordert eine kritische Diskussion über die Wehrpflicht in Schulen. GEW-Sprecher Michael Kummer ermutigt PädagogInnen zur Teilnahme an den Protesten und zur Diskussion über die Auswirkungen der Wehrpflicht auf die Lebensplanung junger Menschen.

Unterstützung und breite Mobilisierung

Ein breites Bündnis aus Jugendorganisationen unterstützt den Aufruf zum Schulstreik. Gökhan Akgün, der Vorsitzende der GEW Berlin, äußert sich klar gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht und fordert stattdessen Lösungen, die auf Freiwilligkeit basieren. Er kritisiert die steigenden Rüstungsausgaben und die unzureichende Ausstattung der Schulen, während Shmuel Schatz, ein 17-jähriger Schüler und Pressesprecher des Streikkomitees in Berlin, die Notwendigkeit von mehr Mitsprache für Jugendliche betont.

In Baden-Württemberg sind ebenfalls zahlreiche Kundgebungen geplant, etwa in Stuttgart, Reutlingen und Mannheim. Dort organisiert die 20-jährige Laetitia eine Demonstration und ist Teil des Bündnisses „Nein zur Wehrpflicht“. Ihre Bedenken über die mögliche Rückkehr zur Wehrpflicht nach der verpflichtenden Musterung für Männer sind deutlich. Diese Musterung soll ab Juli 2027 für den Jahrgang 2008 beginnen, was bereits jetzt für Unruhe sorgt.

Hintergründe zur Wehrpflicht

Der Hintergrund dieser Proteste ist die politische Debatte über die mögliche Rückkehr zur Wehrpflicht, die in Deutschland seit 2011 ausgesetzt ist. Der Wehrdienst ist derzeit freiwillig, jedoch müssen junge Männer einen Fragebogen zur möglichen Verwendung bei der Bundeswehr ausfüllen, während für Frauen dies weiterhin freiwillig bleibt. Diese neuen Regelungen sind seit dem Verabschieden des neuen Wehrdienstgesetzes im Dezember 2025 in Kraft. Die Bundeswehr hat bereits begonnen, junge Menschen anzuschreiben, um persönliche und gesundheitliche Daten zu erheben.

Die Proteste zielen klar darauf ab, die Diskussion um die Wehrpflicht und die damit verbundenen gesellschaftlichen Implikationen zu schärfen. Es ist eine klare Botschaft: Nein zur Wehrpflicht, nein zu allen Zwangsdiensten und mehr Geld für Bildung statt für Aufrüstung.

Insgesamt wird deutlich, dass die heutige Bewegung nicht nur ein Protest, sondern auch ein Aufruf zur aktiven Beteiligung der Jugend an politischen Entscheidungsprozessen ist. Die Unterstützung durch verschiedene Organisationen und die Mobilisierung in zahlreichen Städten zeigen, dass die jungen Menschen bereit sind, sich für ihre Rechte und Anliegen einzusetzen. Mehr Informationen über die Proteste und die Hintergründe sind in den Berichten der Nürnberger Nachrichten, der GEW Berlin und der Tagesschau zu finden.