In Nürnberg steht ein bedeutendes Infrastrukturprojekt an: Die Allersberger Straße zwischen Wölckernstraße und Wodanstraße wird ab dem 24. März 2024 umgestaltet. Das Ende der Bauarbeiten ist für den Frühsommer 2027 geplant. Mit einer Abschnittslänge von rund 600 Metern wird dieser Umbau in mehrere Bauphasen gegliedert, um die Beeinträchtigungen für Anwohner und Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich zu halten. Ziel des Projekts ist die Schaffung einer modernen und leistungsfähigen Infrastruktur, die den Bedürfnissen von Straßenbahn, Auto-, Rad- und Fußverkehr gerecht wird. Weitere Informationen finden Sie hier.
Die Bauarbeiten umfassen den Rückbau von Fahrleitungen und Gleisen, die Erneuerung von Kanälen und Versorgungsleitungen sowie die Modernisierung von Gleisen und Oberleitungen. Die VAG (Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg) ist dabei für die Erneuerung der Fahrleitungen und Gleise verantwortlich, die nach etwa 40 Jahren am Ende ihrer Nutzungsdauer angelangt sind. Ein Drittel der Strecke wird als Rasengleis angelegt, wodurch das Stadtklima verbessert und der Lärm reduziert werden soll. Auch die Haltestelle Schweiggerstraße wird barrierefrei ausgebaut, was einen wichtigen Schritt zur Erhöhung der Zugänglichkeit darstellt.
Verkehrsführung und Umleitungen
Die Allersberger Straße wird während der Bauzeit für den Durchgangsverkehr gesperrt. Autofahrer müssen sich über die Münchener Straße und Hainstraße (östlich) sowie über die Pillenreuther Straße (westlich) umleiten. Zudem wird die Erreichbarkeit der Ottilien- und Augustenstraße zeitweise eingeschränkt. Anwohner können das Bleiweißviertel weiterhin über die Wilhelm-Spaeth-Straße oder die Holzgartenstraße erreichen. Die Straßenbahnlinien 6, 7 und 8 fallen im Baustellenbereich aus, jedoch wird von der VAG ein Ersatzbus (E08) eingerichtet. Die Buslinie 45 wird umgeleitet, um das Nibelungenviertel weiterhin anzubinden.
Die Umgestaltung beinhaltet auch Verbesserungen im Radverkehr. Zwischen Wölckernstraße und Paulstraße wird ein neuer, gekennzeichneter Radstreifen angelegt. Gleichzeitig erhalten die Humboldtstraße und die Kreuzung Anna-/Forsthofstraße Verbesserungen für Radfahrende. Die Gehwege bleiben größtenteils frei, wobei es bei notwendigen Eingriffen provisorische Lösungen geben wird. Die Gesamtkosten des Umbauprojekts belaufen sich auf rund zehn Millionen Euro, wobei Fördermittel nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) und für den Radverkehr über das Nationale Radverkehrsnetz (NKI) angestrebt werden.
Ein Teil eines größeren Wandels
Dieses Projekt ist Teil einer umfassenderen kommunalen Erneuerung, die in Deutschland stattfindet. Städte überarbeiten ihre Mobilitätskonzepte und investieren in die Restaurierung historischer Strukturen, während gleichzeitig neue digitale Angebote und kulturelle Akzente gesetzt werden. Die steigenden Mieten und das Bevölkerungswachstum erfordern innovative Lösungen in der Wohnraumpolitik, wie die Mobilisierung brachliegender Flächen und Nachverdichtung in bestehenden Quartieren. Mehr über diesen Wandel erfahren Sie hier.
Nach Abschluss der Bauarbeiten an der Allersberger Straße wird für viele Jahre keine größeren Baustellen in diesem Bereich erwartet, was den Anwohnern und Verkehrsteilnehmern einen erheblichen Zugewinn an Lebensqualität verspricht.