Am 24. Februar 2026 könnte es für viele Nürnbergerinnen und Nürnberger eine Herausforderung werden, sich fortzubewegen. Die Gewerkschaft Verdi hat für den 27. und 28. Februar 2026 einen ganztägigen Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr ausgerufen. Der Streik beginnt um 4.00 Uhr und wird 48 Stunden andauern. Betroffen sind nicht nur die U-Bahnen und Straßenbahnen, sondern auch der reguläre Busfahrplan, der vollständig entfällt. Zudem wird das NightLiner-Angebot nicht verfügbar sein. Dies bedeutet, dass viele Verkehrsmittel in den Depots bleiben werden, was die Mobilität in der Stadt erheblich einschränken wird.
Während des Streiks wird jedoch ein eingeschränktes Angebot zur Verfügung stehen. Es werden 16 Buslinien, die auf dem NightLiner-Netz basieren, sowie zwei zusätzliche Buslinien (S und E U3) eingesetzt. Diese Busse fahren sternförmig vom Hauptbahnhof in alle Richtungen. Für Fahrgäste bleibt das KundenCenter am Nürnberger Hauptbahnhof geschlossen, und das Servicetelefon ist nicht besetzt. Die elektronische Fahrplanauskunft wird voraussichtlich ab Donnerstag aktualisiert. Ab Sonntag, dem 1. März 2026, soll der normale Betrieb des öffentlichen Personennahverkehrs wieder aufgenommen werden.
Hintergrund des Warnstreiks
Der Warnstreik in Nürnberg ist Teil eines größeren bundesweiten Aufrufts der Gewerkschaft ver.di, der Beschäftigte im öffentlichen Personennahverkehr in fast allen Bundesländern zur Arbeit niederlegen lässt. Städte wie Berlin, München und Augsburg sind ebenfalls betroffen. Die Gewerkschaft fordert bessere Arbeitsbedingungen, darunter kürzere Wochenarbeitszeiten, Änderungen bei Schichtdiensten und höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. In einigen Bundesländern, wie Bayern und Brandenburg, wird zudem eine Erhöhung der Löhne gefordert. Christine Behle, die stellvertretende Verdi-Vorsitzende, hat ihre Enttäuschung über den Fortschritt der Tarifverhandlungen geäußert, die für etwa 100.000 Beschäftigte in rund 150 kommunalen Verkehrsbetrieben stattfinden.
Der erste bundesweite Warnstreik fand bereits am 2. Februar 2026 statt und legte den Nahverkehr in über 100 Unternehmen für 24 Stunden lahm. Die Auswirkungen des kommenden Streiks werden regional unterschiedlich sein. Während in Niedersachsen aufgrund einer Friedenspflicht nicht gestreikt wird, steht die Entscheidung über die Teilnahme der Hamburger Hochbahn noch aus. In Hamburg beginnen zudem die Frühjahrsferien für Schüler, was die Situation zusätzlich kompliziert.
Die Verhandlungen gehen weiter
Am Montag, dem 9. März 2026, sind weitere Verhandlungen zwischen den kommunalen Arbeitgebern und Verdi geplant. Diese Gespräche könnten entscheidend sein, um eine Lösung zu finden und zukünftige Streiks zu vermeiden. In der aktuellen Situation ist es für die Fahrgäste ratsam, sich über alternative Mobilitätsangebote zu informieren. Das VAG_Rad steht uneingeschränkt zur Verfügung, abhängig von den Straßenverhältnissen, und die Möglichkeit, auf die Deutsche Bahn umzusteigen, besteht ebenfalls.
In Anbetracht der anhaltenden Diskussionen über Arbeitsbedingungen und Vergütungen im öffentlichen Dienst ist das Thema von größerer Bedeutung. Die Vergütungen für Auszubildende, dual Studierende und Praktikanten werden in den kommenden Monaten steigen, und es gibt geplante Erhöhungen der Ausbildungsvergütungen. Diese Entwicklungen könnten ebenfalls Einfluss auf die aktuellen Tarifverhandlungen haben, die sich mit den Arbeitsbedingungen der Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr befassen. Ein umfassender Überblick über die laufenden Tarifverhandlungen ist auf der Webseite der Gewerkschaft [ver.di](hier) verfügbar.
Für Nürnberger Fahrgäste bleibt zu hoffen, dass der Warnstreik und die bevorstehenden Verhandlungen zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen und des öffentlichen Nahverkehrs beitragen.