Die Region Alpsee-Grünten hat sich im Tourismusjahr 2024 als äußerst beliebt erwiesen. Mit einem beeindruckenden Bruttoumsatz von 220,8 Millionen Euro – das entspricht etwa 0,6 Millionen Euro pro Tag – hat der Tourismus in dieser Region einen signifikanten Beitrag zur lokalen Wirtschaft geleistet. Die Ferienregion umfasst die Gemeinden Sonthofen, Immenstadt, Rettenberg, Blaichach-Gunzesried und Burgberg und bietet eine Vielzahl an Freizeitmöglichkeiten, darunter Wandern, Radfahren und Wintersport.

Die Auswirkungen des Tourismus sind nicht nur finanzieller Natur. Laut einer Studie des dwif haben sich durch direkte und indirekte Einkommenseffekte insgesamt 107 Millionen Euro ergeben, was rund 6,2 % des Primäreinkommens der Region entspricht. Etwa 3.120 Personen leben vollständig von der tourismusbedingten Wertschöpfung, und 3.850 Personen beziehen ihr Einkommen direkt aus touristischer Nachfrage.

Aufenthaltstage und Ausgaben

Die Region verzeichnete im Jahr 2024 insgesamt 3,757 Millionen Aufenthaltstage. Davon entfielen 2,4 Millionen auf Tagesgäste und 1,36 Millionen auf Übernachtungsgäste. Interessanterweise erzielten die Übernachtungsgäste trotz geringerer Aufenthaltszahlen fast die Hälfte der Gesamteinnahmen. Die durchschnittlichen Tagesausgaben pro Gast lagen bei 58,80 Euro, wobei Tagesgäste mit 30 Euro und Übernachtungsgäste mit 130 Euro pro Tag zu Buche schlugen.

Die Ausgaben verteilten sich wie folgt: 56,9 % flossen in das Gastgewerbe, was einem Umsatz von 125,7 Millionen Euro entspricht, gefolgt von 21,2 % für den Einzelhandel und 21,9 % für Dienstleistungen. Darüber hinaus wurden im Jahr 2024 insgesamt 24,3 Millionen Euro Mehrwertsteuer generiert, was zur Stabilität der öffentlichen Finanzen beiträgt.

Nachhaltigkeit und Zukunftsperspektiven

Die Bedeutung des Tourismus als wirtschaftlicher Motor wird auch auf politischer Ebene anerkannt. Maßnahmen zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und sozialen Verantwortung im Tourismus werden entwickelt, und der Tourismussektor wird als bedeutender Akteur im internationalen Handel betrachtet. Es wird angestrebt, den Tourismus nachhaltig zu gestalten, um Einkommen, Beschäftigung, Klima- und Umweltschutz sowie Menschenrechte zu fördern. Laut Bundesministerium für Wirtschaft sind über 50 % der Beschäftigten im Tourismusbereich Frauen, was zur Förderung von Geschlechtergerechtigkeit beiträgt.

Die COVID-19-Pandemie hat die Notwendigkeit eines grünen und digitalen Wandels im Tourismus deutlich gemacht. Der Transition Pathway für das Ökosystem Tourismus (TTP) wurde ins Leben gerufen, um diesen Wandel zu unterstützen und die Resilienz des Sektors zu stärken. Mit der „Europäischen Tourismusagenda 2030“ wurde ein mehrjähriger Arbeitsplan verabschiedet, der auf die Förderung einer nachhaltigen und digitalen Transformation abzielt.

Insgesamt zeigt die positive Entwicklung des Tourismus in der Region Alpsee-Grünten, wie wichtig diese Branche für die lokale Wirtschaft ist und welche Potentiale sie birgt. Die Kombination aus vielfältigen Freizeitmöglichkeiten, einer starken touristischen Infrastruktur und dem Streben nach Nachhaltigkeit positioniert die Region als attraktives Ziel für Besucher und als stabilen Wirtschaftsfaktor für die Zukunft.