Im Ostallgäu sorgt ein neuer Verdachtsfall eines Wolfsrisses für Aufregung. Wie die Allgäuer Zeitung berichtet, hat das Landesamt für Umwelt (LfU) in Augsburg den Vorfall, bei dem ein Rinderkalb gerissen wurde, untersucht. Dies ist mittlerweile der dritte Vorfall binnen etwas mehr als einem Monat, der die gesamte Region in Alarmbereitschaft versetzt.
Besonders brisant ist, dass bei einem Riss Ende September keine Hinweise auf große Beutegreifer vorlagen, während bei einem weiteren Vorfall Anfang Oktober die Möglichkeit eines Wolfs nicht ausgeschlossen werden konnte; DNA-Tests haben dies sogar als wahrscheinlich eingestuft. Das LfU hat am 3. November ein Foto eines Waldes im Ostallgäu als echt anerkannt, was als offizieller Nachweis für die Anwesenheit von Wölfen gilt.
Ein standorttreuer Wolf im Allgäu
Das Bild stammt vom 23. Oktober und zeigt einen Wolf mit dem Kürzel GW999m, der sich vermutlich im Grenzgebiet zwischen Allgäu und Vorarlberg aufhält. Das Umweltamt geht derzeit von einem standorttreuen Tier aus, das die Region offenbar als sein Zuhause auserkoren hat. Trotz dieser Erkenntnisse bleibt unklar, ob die beobachteten Vorfälle von demselben Tier verursacht wurden. Während einiger Sichtungen und Rissfälle ist die Behörde über die genauen Standorte eher zurückhaltend, was bei den Anwohnern Kritik auslöst.
Während im Mai 2025 ein Rind in Hopferau von einem Wolf aus Tschechien angegriffen und euthanasiert werden musste, stehen nun zwei weitere Verdachtsfälle im Ostallgäu auf der Agenda, die ebenfalls möglicherweise auf Wolfangriffe zurückzuführen sind. Laut NABU Bayern existiert in der Region derzeit kein aktives Wolfsrudel. Sollte der Wolf jedoch einen Partner suchen, könnte sich dies schnell ändern.
Unsicherheit unter Landwirten
Die Unsicherheit über die Präsenz von Wölfen schafft bei den Landwirten und Nutztierhaltern Bedenken bezüglich der Sicherheit ihrer Tiere. Ein besorgniserregendes Beispiel stammt aus den vergangenen Monaten, als mehrere Wölfe in der Region gesichtet wurden, allerdings wird von den Behörden keine klare Stellungnahme zu den jeweiligen Tieren gegeben. So konnte beispielsweise ein Facebook-Video einer angeblichen Wolfsichtung im Oberallgäu aufgrund der schlechten Qualität nicht verifiziert werden.
Laut der Bundesanstalt für Naturschutz sind Wolfsvorkommen in Deutschland vorrangig in den Bundesländern Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen konzentriert. Die Region Ostallgäu könnte daher Teil eines sich wandelnden Lebensraumes für Wölfe werden, was in den kommenden Monaten aufmerksam beobachtet werden soll.
Die Diskussion über die Rückkehr der Wölfe in die deutschen Wälder – und damit auch in die alltäglichen Lebensrealitäten der Menschen – ist intensiver denn je. Es bleibt spannend abzuwarten, wie sich die Situation im Ostallgäu entwickeln wird.