Die bayerischen Schlösser haben im Jahr 2025 nicht nur durch ihre beeindruckende Architektur und Geschichte geglänzt, sondern auch durch ihre neue Auszeichnung als UNESCO-Welterbe. Die Schlösser Neuschwanstein, Herrenchiemsee, Linderhof und das Königshaus am Schachen erhielten diesen Titel, was von Finanzminister Albert Füracker (CSU) und Hermann Auer, dem Präsidenten der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, bei einer Pressekonferenz präsentiert wurde. Diese Ehrung stellt einen bedeutenden Schritt in der Anerkennung der kulturellen Werte Bayerns dar, die nun auf einer Stufe mit weltbekannten Stätten wie dem Schloss Versailles und der Chinesischen Mauer stehen.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass die bayerischen Sehenswürdigkeiten im Jahr 2025 über 5,1 Millionen Besucher anzogen, was die dritthöchste Zahl in den letzten 20 Jahren darstellt. Besonders hervorzuheben ist Schloss Neuschwanstein, das mit 1,1 Millionen Besuchern erneut die meistbesuchte Sehenswürdigkeit war. Um Überlastungen zu vermeiden, wurden die Besucherzahlen in Neuschwanstein durch kleinere Gruppengrößen bewusst reduziert. Auch die restaurierte Venusgrotte im Schlosspark Linderhof, die im April 2025 wiedereröffnet wurde, war ein Publikumsmagnet und verzeichnete bereits über 170.000 Besucher.

Wirtschaftliche Erfolge und Investitionen

Die bayerischen Schlösser haben im Jahr 2025 insgesamt Einnahmen von 91,3 Millionen Euro erzielt, was einen Rekord darstellt. Diese Einnahmen stammen hauptsächlich aus Ticketverkäufen und decken jedoch nur 88% der laufenden Ausgaben ohne Baumaßnahmen. Füracker und Auer zeigten sich dennoch zufrieden mit den Ergebnissen und den Investitionen, die in den Erhalt und die Restaurierung der Schlösser geflossen sind. So betrugen die Bauausgaben für 2025 rund 58 Millionen Euro. Zudem wurde das Budget für Baumaßnahmen im Jahr 2026 auf etwa 54 Millionen Euro festgelegt.

Die laufenden Projekte beinhalten unter anderem die Generalsanierung der Festung Marienberg in Würzburg, die mit 300 Millionen Euro zu Buche schlägt, sowie die Sanierung der Feldherrnhalle, die im März 2025 begann und insgesamt 12,15 Millionen Euro kosten wird. Auch das Südliche Appartement von Schloss Nymphenburg wurde nach einer Restaurierung mit einer Investition von 1,5 Millionen Euro wiedereröffnet.

Ein Blick in die Zukunft

Die Königsschlösser von König Ludwig II. haben nicht nur in der Vergangenheit eine bedeutende Rolle gespielt, sondern planen auch für die Zukunft große kulturelle Highlights. So werden im Jahr 2026 Veranstaltungen zum 300. Todestag von Kurfürst Max Emanuel organisiert. Der Welterbe-Status wird als eine internationale Auszeichnung betrachtet, die die herausragende kulturelle, historische und wissenschaftliche Bedeutung der Schlösser unterstreicht. Die ersten Ideen für die Bewerbung der Königsschlösser stammen bereits aus dem Jahr 1997, und seit 2015 sind sie auf der deutschen Vorschlagsliste eingetragen.

Die bayerische Familie der UNESCO-Welterbestätten wächst mit dieser Auszeichnung auf elf Mitglieder an. Hermann Auer dankte den Mitarbeitern für ihren Einsatz beim Erhalt dieser Denkmäler, die nicht nur Baukunst, sondern auch außergewöhnliche Objekte von Kunsthandwerk und innovativer Technik beherbergen. Dies alles wird dazu beitragen, dass die Schlösser weiterhin Millionen von Menschen anziehen und ein wichtiger Bestandteil der bayerischen Identität bleiben.

Für weitere Informationen zu diesem Thema besuchen Sie bitte die Merkur und die Süddeutsche Zeitung.

Diese Entwicklungen zeigen eindrucksvoll, wie wichtig die bayerischen Schlösser für die Kultur und Wirtschaft des Freistaats sind und dass sie auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen werden.