Im Herzen Bayerns blüht die Begeisterung für die majestätischen Schlösser von König Ludwig II. Wie die Merkur berichtet, haben die Schlösser Neuschwanstein, Herrenchiemsee, Linderhof und das Königshaus am Schachen kürzlich den prestigeträchtigen Status eines UNESCO-Welterbes erlangt. Diese Auszeichnung, die als weltweiter Ritterschlag gilt, wurde von Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Finanzminister Albert Füracker gefeiert.

Die Zahlen lügen nicht: Im Jahr 2025 strömten über 5,1 Millionen Besucher in die bayerischen Schlösser, was die dritthöchste Besucherzahl der letzten 20 Jahre darstellt. Damit konnte ein Rekordumsatz von 91,3 Millionen Euro erzielt werden. Dabei hatte Schloss Neuschwanstein die Nase vorn und verzeichnete allein 1,1 Millionen Gäste. Füracker hebt hervor, dass die gezielte Reduzierung der Gruppengrößen in Neuschwanstein Überlastungen vorbeugen sollte, was sich als kluge Entscheidung erwies.

Besucherströme und Schlossbetrieb

Besonders bemerkenswert ist der Anstieg der Besucherzahlen im Jahr 2024, als das Jagdhaus von Ludwig II. über 9.100 Menschen anzog – ein Drittel mehr als im Vorjahr. Für die faszinierenden Schlösser scheint das Welterbe-Zertifikat einen hohen Stellenwert zu haben. Aber nicht nur Neuschwanstein konnte glänzen: Schloss Linderhof erlebte dank der Wiedereröffnung der restaurierten Venusgrotte im April 2025 einen Besucherboom, insgesamt 418.000 Menschen fanden ihren Weg zu diesem Schatz.

  • Besucherzahlen 2025:
    • Schloss Neuschwanstein: 1,1 Millionen
    • Schloss Herrenchiemsee: etwa 309.000
    • Schloss Linderhof: 418.000
    • Würzburger Residenz: 365.000
    • Nürnberger Kaiserburg: 190.000
    • Münchner Residenzmuseum: 560.000
    • Befreiungshalle Kelheim: 121.000

Die Süddeutsche ergänzt, dass die maximalen Gruppengrößen in Neuschwanstein zur Verminderung von Überfüllung führen, was in der Vergangenheit eine große Herausforderung war. Vor der Pandemie besuchten die Schlösser mehr als 1,5 Millionen Menschen jährlich. Auch andere Schlösser, wie die Walhalla und Willibaldsburg, konnten beim Besucherzuspruch zulegen.

Bauprojekte und Investitionen für die Zukunft

Die Investitionen in die Sanierung und den Erhalt der bayerischen Schlösser sind ein weiteres wichtiges Thema. Im Jahr 2025 lagen die Ausgaben bei etwa 58 Millionen Euro. Über 300 Millionen Euro sind derzeit für die Generalsanierung der Festung Marienberg in Würzburg eingeplant. Ein weiteres Highlight wird die Restaurierung des Maurischen Kiosks in Linderhof sein, die mit 16,6 Millionen Euro weitergeführt wird. Der geplante Bauhaushalt für 2026 beläuft sich auf rund 54 Millionen Euro. Die StM Bayern hebt dabei besonders hervor, dass die Schlösser mit dieser Auszeichnung nun auf einer Stufe mit weltbekannten Stätten wie Schloss Versailles und der Chinesischen Mauer stehen.

Die Auszeichnung als UNESCO-Welterbe bringt nicht nur Prestige, sondern auch die Möglichkeit, die bayerische Kultur und Geschichte weltweit zu präsentieren. Ludwig II. selbst, als Bauherr und Visionär, bleibt untrennbar mit diesen atemberaubenden Bauwerken verbunden. Die bayerische Familie der UNESCO-Welterbestätten wächst mit Stolz: nun zählen sie elf Mitglieder und sind ein unverzichtbarer Teil des kulturellen Erbes Deutschlands.