In einer lebhaften Bürgerversammlung in der Alpspitzhalle hat Bürgermeister Pirmin Joas (CSU) die positive finanzielle Lage des Marktes Nesselwang präsentiert. Er bezeichnete die Gemeinde als „kerngesund und handlungsfähig“. Während andere Allgäuer Kommunen mit hohen Schulden kämpfen, hat Nesselwang auf eine stabile Finanzen zurückblicken können, die sich in den letzten Jahren deutlich verbessert haben. Allgäuer Zeitung berichtet, dass die Marktgemeinde mit nur 3,8 Millionen Euro Schulden im Jahr 2022 auskommt, verglichen mit über 10,8 Millionen Euro im Jahr 2012.

Ein Grund für den positiven Trend sind die gezielten Investitionen in verschiedenen Bereichen. Bürgermeister Joas hob hervor, dass die Marktgemeinde in den letzten zwei Jahren trotz schwieriger Umstände wachsame Entscheidungen getroffen und einige Schlüsselprojekte realisiert hat. Dank der Unterstützung von Gewerbetreibenden und Arbeitnehmern konnte die Gemeinde ihre Einnahmen aus Gewerbesteuern und Einkommenssteuern stetig steigern. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Roten Kreuz während der Coronapandemie, die zur Durchführung von über 3000 Testungen beitrug.

Künftige Projekte und Investitionen

Eine Übersicht der wichtigsten Investitionen zeigt, dass die Marktgemeinde Nesselwang auch in die Zukunft blickt. Zu den abgeschlossenen Projekten zählen:

  • Sanierung der Tiefgarage der Alpspitzhalle: 300.000 Euro
  • Erneuerung von Dach und WCs in der Schule: 165.000 Euro
  • Anschaffung eines Mehrzweckfahrzeugs für die Feuerwehr: 81.000 Euro
  • Anschaffung eines Mini-Baggers und Traktors für den Bauhof: 170.000 Euro
  • Bau eines neuen Fußwegs am Pfarrhof: 55.000 Euro
  • Bau einer Abbiegespur „An der Riese“: 85.000 Euro
  • Kauf des maroden Bahnhofs von der Deutschen Bahn: 150.000 Euro

Die größte Investition des Jahres 2022 war der Einbau einer zentralen Lüftungsanlage in Schulgebäuden, die mit 400.000 Euro (80% Förderung vom Staat) zu Buche schlägt. Zudem ist eine Neugestaltung des Bahnhofs mit einer intermodalen Schnittstelle für Bahn- und Busverbindungen in Planung.

Nachhaltige Entwicklung und steigende Einwohnerzahl

Wie Bürgermeister Joas erläuterte, nimmt die Einwohnerzahl in Nesselwang, die mittlerweile bei 3895 liegt, kontinuierlich zu. Seit 1970 ist ein stetiger Anstieg zu verzeichnen. Zu den größten Ortsteilen gehören Gschwend mit 165, Wank mit 144 und Schneidbach mit 125 Einwohnern. Die Gemeindefläche umfasst fast 30 Quadratkilometer, was Nesselwang zu einem attraktiven Wohnort macht.

Abgesehen von der stabilen finanziellen Situation und positiven Entwicklungen in der Infrastruktur ist die Marktgemeinde bestrebt, auch den Wasserverbrauch anzupassen. Die Wasserpreise wurden aufgrund eines Rückgangs des Wasserverbrauchs während der Pandemie angepasst, während die Abwassergebühren stabil blieben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Nesselwang auf einem soliden Weg ist. Die Verantwortlichen setzen auf nachhaltige Entwicklung und eine aktive Bürgerbeteiligung. Die zukünftigen Projekte und die positive Schuldenentwicklung zeigen, dass die Gemeinde ein gutes Händchen hat und bereit ist, weiter zu wachsen und zu florieren. Merkur berichtet von weiteren Details zu diesen Entwicklungen.