In der Marktgemeinde Obergünzburg gibt es Wechselstimmung in der politischen Landschaft. Lars Leveringhaus, der seit Anfang 2007 ununterbrochen als Bürgermeister agiert, hat am 10. November 2025 verkündet, dass er bei der kommenden Kommunalwahl 2026 nicht erneut kandidieren wird. Mit 61 Jahren und umfassendem politischen Erfahrungshorizont, hat Leveringhaus eine Entscheidung getroffen, die in den letzten Monaten wohl überlegt wurde. Dies berichtet Allgäuer Zeitung.

Obwohl er vor etwa eineinhalb Jahren noch erklärte, dass er weitermachen möchte, hat er diese Entscheidung nun revidiert, nachdem er mit seiner Familie und seinem Umfeld gesprochen hat. „Die Anforderungen an das Amt sind gestiegen, und ich möchte es nicht ‚irgendwie‘ ausfüllen“, so Leveringhaus. Seine weniger als zwei Jahre alte Ankündigung zeigt deutlich den Veränderungsdruck in der politischen Arena.

Politische Karriere und Rückblick

Seine politische Laufbahn ist beachtlich: Nach über 30 Jahren Erfahrung wurde er 2006 mit beeindruckenden 75,5 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister gewählt und hat seither auch im Ostallgäuer Kreistag maßgebliche Akzente gesetzt. Leveringhaus saß fast 18 Jahre im Kreistag, davon sechs Jahre als Fraktionsvorsitzender. Auch seine Rolle als stellvertretender Landrat hat ihn prägend für die Gemeinde gemacht. Trotz seines Rückzugs als Bürgermeister plant er, sich weiter für Obergünzburg und den Landkreis politisch zu engagieren.

Sein Rückzug wurde den Rathausmitarbeitern zuerst mitgeteilt, und die CSU hat beschlossen, keinen eigenen Kandidaten aufzustellen. Dies zeigt, dass Leveringhaus‘ Entscheidung, auch die parteipolitischen Strukturen in Obergünzburg stark beeinflusst. Der CSU-Ortsvorsitzende Antonio Multari zollte ihm Respekt für seine langjährige Arbeit im Gemeinderat und unterstützte bereits den Zweiten Bürgermeister Florian Ullinger, der sich als Kandidat zur Wahl stellen will.

Aussichten für die Zukunft

In der Hauptversammlung des CSU-Ortsverbandes, die im Gasthaus Hirsch in Günzach stattfand, trat Multari als Vorsitzender zur Wiederwahl an. Auch Leveringhaus wurde dort als Stellvertreter bestätigt. Die Versammlung setzte sich intensiv mit der Planung für die Kommunalwahl 2026 auseinander, was die politische Stimmung in Obergünzburg maßgeblich prägen wird. Der Ortsvorstand hat sich einstimmig für Ullinger ausgesprochen, und die Unterstützung zeigt, dass es in der CSU einen klaren Kurs gibt.

Es bleibt spannend, wie sich die politische Landschaft in Obergünzburg entwickeln wird – angesichts dieser Neuausrichtung könnte der anstehende Wahlkampf außergewöhnlich werden. Während Leveringhaus auf eine herausragende Karriere zurückblickt, stellen sich die Wählerinnen und Wähler die Frage: Wer wird die Geschicke der Gemeinde in Zukunft lenken? Die Entscheidung des CSU-Ortsvorstands und die Ambitionen von Florian Ullinger könnten wegweisend sein.