Im Herzen von Passau, genauer gesagt im Stadtteil Hals, ragt die historische Burgruine Hals majestätisch über die Umgebung. Diese Ruine ist nicht nur ein Überbleibsel aus vergangenen Zeiten, sondern auch ein bedeutendes Kulturgut, das die historische und kulturelle Identität der Passauer und Halser Bevölkerung prägt. Doch dieser wertvolle Teil der Geschichte ist akut vom Verfall bedroht, und das ruft Simon Fischer und Jonas Weidenthaler von „Zukunft Passau“ auf den Plan.
In einem eindringlichen Appell an den Stadtrat fordern sie Maßnahmen zur Rettung der Burgruine. Laut ihrem Antrag sollten drei wesentliche Schritte unternommen werden: Zunächst eine Besichtigung der Burgruine durch die Stadtverwaltung und Denkmalschutzbehörden, um den Zustand der Ruine und die erforderlichen Erhaltungsmaßnahmen gemäß Artikel 4 des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes zu ermitteln. Sodann wird eine Verpflichtung des Eigentümers gefordert, die notwendigen Maßnahmen durchzuführen oder zu dulden. Schließlich sollen unverzügliche Maßnahmen durch die Untere Denkmalschutzbehörde ergriffen werden, um den Verfall zu stoppen. Die beiden Aktivisten sind enttäuscht über das mangelnde Interesse des aktuellen Eigentümers und schlagen sogar einen möglichen Verkauf an den Freistaat Bayern vor, der früher Eigentümer war.
Geschichte und Bedeutung der Burgruine Hals
Die Geschichte der Burgruine reicht bis ins Jahr 1072 zurück, als die Herren von Hals erstmals erwähnt wurden. Im Laufe der Jahrhunderte war die Burg im Besitz verschiedener Adelsfamilien und spielte eine bedeutende Rolle in regionalen Konflikten, unter anderem mit den Grafen von Bogen und den Bischöfen von Passau. Der Name „Hals“ leitet sich von der Lage der Burg an der engen Schleife der Ilz ab, wo sie strategisch auf einem schmalen Felsrücken errichtet wurde. Auch wenn die Ruine heute in Privatbesitz ist, kann sie mit Führung besichtigt werden, was einen Einblick in die facettenreiche Geschichte gewährt.
Die Burgruine wurde als Baudenkmal unter der Aktennummer D-2-62-000-679 und als Bodendenkmal unter D-2-7446-0197 im Bayernatlas verzeichnet. Ihre geographische Lage beträgt 48° 35′ N, 13° 28′ O, in einer Höhe von 310 m ü. NN. Im Laufe der Jahrhunderte erlebte die Burg zahlreiche Höhen und Tiefen, von der Verleihung des Grafenstandes an Albert von Kamm durch Rudolf von Habsburg im Jahr 1280 bis hin zu ihrer Zerstörung im Österreichischen Erbfolgekrieg 1741.
Aktuelle Herausforderungen und Perspektiven
Aktuell stellt der Verfall der Burgruine ein ernstes Problem dar. Instandhaltungsmaßnahmen wurden seit Jahren weder vom Eigentümer noch von der Stadt Passau durchgeführt. Besonders besorgniserregend ist der große Baum im Innenhof, dessen Wurzeln das Mauerwerk angreifen könnten. Fischer und Weidenthaler betonen, dass die Eigentumsverhältnisse nicht als Ausrede für den Verfall des Denkmals dienen dürfen. „Die Burgruine ist ein Teil unserer Kultur und Geschichte, die es zu bewahren gilt“, betonen sie.
Die Halser Herren waren einst mächtige Adelige, deren Einfluss bis zur böhmischen Grenze reichte. Doch durch finanzielle Schwierigkeiten und kriegerische Auseinandersetzungen kam es zur Verschuldung und schließlich zum Verlust großer Teile ihrer Besitztümer. Die Burgruine, die einst ein Zentrum von Macht und Einfluss war, droht nun, in Vergessenheit zu geraten, wenn nicht schnell gehandelt wird.
Umso wichtiger ist es, dass die Stadt Passau und die Denkmalschutzbehörden sich der Herausforderung annehmen. Die Burgruine Hals ist nicht nur ein historisches Bauwerk, sondern auch ein Symbol für die Identität der Region. Die Zeit drängt, und die Forderungen von Fischer und Weidenthaler könnten der erste Schritt zur Rettung dieses kulturellen Erbes sein. Weitere Informationen sind in dem Artikel von PNP zu finden, sowie auf der Webseite über die Burgruine Hals.