Nach einer Trennung zurück zu den Wurzeln: Das erlebt derzeit der 26-jährige Lars Haubner aus Mühlhausen bei Neumarkt. Vor einigen Monaten, im Alter von 25 Jahren, zog er wieder in das Kinderzimmer seiner Eltern, nachdem seine langjährige Beziehung zerbrochen war. Diese Rückkehr in die elterlichen vier Wände stellte für ihn nicht nur einen praktischen Wohnsitzwechsel dar, sondern auch eine große Umstellung, besonders in Bezug auf Privatsphäre. „Ich fühle mich bei meiner Familie wohl, aber man gewöhnt sich nicht von heute auf morgen an die neue Situation“, berichtet Haubner, der vor der Trennung zusammen mit seiner Partnerin und ihrem gemeinsamen Sohn in einer 80 Quadratmeter großen Wohnung lebte.
Lars möchte weiterhin in der Nähe seines Sohnes bleiben und zahlt für sein 16 Quadratmeter großes Zimmer im Keller 300 Euro „Miete“. Trotz seiner Bemühungen, eine eigene Wohnung zu finden, die meist zwischen 700 und 800 Euro kostet, hat er sich entschieden, im Familienkreis zu bleiben. Die familiären Bande sind ihm wichtig, und auch die Unterstützung durch seine Eltern, insbesondere die koordinierte Betreuung seines Sohnes, spielt eine entscheidende Rolle. „Ich schätze die Nähe zu meinem Kind und meinen Freunden hier“, fügt er hinzu.
Die Rückkehr zu den Eltern als Strategie
Wie Lars geht es vielen, die nach einer Trennung in das Elternhaus zurückkehren. Diese Option hat sich als eine praktische und emotionale Lösung erwiesen. Laut scheidung.de gibt es bei diesem Schritt mehrere Vorteile. So stellt der Einzug bei den Eltern eine sichere Wohnmöglichkeit dar, die schnell und ohne großen Aufwand realisierbar ist. Sie bietet zudem einen Rückzugsort, der bei familiären Konflikten von großer Bedeutung ist.
Finanzielle Entlastungen sind ein weiterer Aspekt, der viele in dieser Situation anzieht. Die geringeren Lebenshaltungskosten im Vergleich zu einer eigenen Wohnung, gepaart mit der Unterstützung von Großeltern bei der Kinderbetreuung, sorgt oft dafür, dass man an der eigenen psychischen Gesundheit arbeiten kann. Doch es gibt auch Stolpersteine: Eine angemessene Absprache innerhalb der Familie ist unerlässlich, um Konflikte zu vermeiden. Es brauchen vor allem klare Absprachen über Aufgaben im Haushalt und die Übernahme von Kosten.
Die psychischen Auswirkungen
Die Rückkehr ins Elternhaus hat nicht nur praktische, sondern auch psychische Konsequenzen. Die psychischen Folgen für Kinder und Jugendliche, wenn Eltern sich trennen, können erheblich sein. Wie neurologen-und-psychiater-im-netz.org erklärt, kann die Entwicklung seelischer Störungen bei Kindern stark von deren Alter, dem Entwicklungsstand und der Fähigkeit zur Angstbewältigung abhängen. Oft sind die Kinder mit Loyalitätskonflikten zwischen den Eltern konfrontiert, die sie vor große emotionale Herausforderungen stellen.
Die familiäre Atmosphäre kann nach einer Trennung oft angespannt sein, was das seelische Wohl der Kinder gefährden kann. Es zeigt sich, dass Kinder und Jugendliche häufig unter den Konflikten der Eltern leiden und sich emotional isoliert fühlen. Daher ist die Unterstützung durch Lars und seine Eltern von großer Bedeutung, um einen stabilen Rahmen für seinen Sohn zu schaffen.
Insgesamt lässt sich sagen, dass die Rückkehr zu den Eltern sowohl für Lars als auch für viele andere eine pragmatische Lösung ist. Es verschafft die nötige Unterstützung in einer schwierigen Lebensphase und stellt einen Raum dar, in dem nicht nur Wohnraum, sondern auch emotionale Sicherheit gegeben ist.