Der Ramadan ist für viele Menschen in Regensburg eine besondere Zeit der inneren Einkehr und Besinnung. In diesem Jahr beginnt der Fastenmonat am 18. Februar, und die Wünsche für Ruhe, Kraft und Hoffnung während dieses Monats sind besonders stark ausgeprägt. Angesichts der weltpolitischen Lage, die von Spannungen und Unsicherheiten geprägt ist, wird die Bedeutung von Werten wie Mitmenschlichkeit, Toleranz und gegenseitiger Rücksichtnahme umso wichtiger. Ramadan bietet die Gelegenheit, diese Werte im Alltag zu leben – in der Familie, im Freundeskreis, in der Nachbarschaft und in der Stadtgesellschaft.

Das Fasten, das Gebet und die gemeinschaftlichen Rituale fördern das Vertiefen von Beziehungen und das Verständnis füreinander. Besonders das gemeinsame Fastenbrechen, das nach Sonnenuntergang stattfindet, ist ein bedeutender Moment der Begegnung und des Austauschs. In Regensburg gibt es zahlreiche Möglichkeiten, an diesen besonderen Momenten teilzuhaben und sich mit anderen auszutauschen. Die Wünsche für Momente der Stille, ein schmackhaftes Fastenbrechen und neue Kraft für den Alltag sind in dieser Zeit omnipräsent. Ramadan ist somit nicht nur eine Zeit des Fastens, sondern auch eine Gelegenheit für Freude, Zusammenhalt und gegenseitige Wertschätzung. „Ramadan Kareem!“

Einladung zum Fastenbrechen

Für alle, die das Fastenbrechen in einem familiären Rahmen erleben möchten, lädt das Rumi Kulturzentrum dazu ein, an einem solchen Ereignis teilzunehmen. Die Anmeldung ist erforderlich, und die Teilnahme ist sowohl alleine, mit Partner/in oder in einer kleinen Gruppe möglich. Je nach Wunsch können Tandemfamilien gebildet werden, um das Erlebnis noch persönlicher zu gestalten. Die Veranstalter kümmern sich um den Ort und den Zeitpunkt des Fastenbrechens, welches in diesem Jahr etwa um 18:30 Uhr nach Sonnenuntergang beginnt. Es wird gebeten, etwa eine halbe Stunde vorher anzukommen, um Gespräche zu führen und sich auf den Abend einzustimmen. Die Dauer des Fastenbrechens kann individuell entschieden werden, was Raum für persönliche Vorlieben lässt.

Interkultureller Austausch während des Ramadans

In den kommenden Wochen werden in ganz Deutschland zahlreiche Projekte stattfinden, die den interkulturellen Dialog fördern und Menschen zusammenbringen. Das Bundesweite Netzwerk umfasst Initiativen wie SharingRamadan, Ramadan Together, Ramadan NRW und Ramadan im Ländle, die jährlich tausende Menschen erreichen. Diese Projekte sind ein wichtiges Instrument, um Verständnis zu fördern und die Vielfalt als Bereicherung zu zeigen. Kadir Boyacı, Organisator von SharingRamadan, betont die Bedeutung des gemeinsamen Erlebens des Ramadans. Die Veranstaltungen sind für alle offen, und Anmeldungen erfolgen über die jeweiligen Websites.

Die Teilnehmerzahlen sprechen für sich: Über 8.000 Menschen haben seit 2016 an Ramadan NRW teilgenommen, mehr als 12.000 an SharingRamadan seit 2014, und auch Ramadan Together konnte während der Pandemie über 2.000 Menschen an Online-Formaten erreichen. Es sind engagierte Gastgeber und Ehrenamtliche, die entscheidend zum Erfolg dieser Projekte beitragen. Diese Veranstaltungen bieten Muslimen die Möglichkeit, ihre Kultur zu vermitteln, und Nicht-Muslimen eine neue Erfahrung, wodurch Begegnungen geschaffen und Verständnis gefördert wird.