In Ostbayern stehen die Busse still – und das nicht nur wegen des winterlichen Wetters. Die Busfahrer in den Städten Landshut, Passau und Regensburg haben sich in einem Warnstreik zusammengefunden, der den öffentlichen Personennahverkehr weitgehend lahmlegt. Bei Schnee und Matsch beteiligen sich in Regensburg rund 100 Busfahrer an den Protesten, die den ganzen Tag andauern. Die Verkehrsbetriebe warnen, dass außer wenigen Linien von privaten Auftragnehmern keine Busse fahren, während die Regionalbuslinien nicht vom Warnstreik betroffen sind. Allerdings sind die Stadtwerke-Busse, Schulbus-, Campus- und Express-Buslinien stark eingeschränkt. In Passau gibt es einen stark reduzierten Streikfahrplan, und in Landshut wird erwartet, dass am Freitag keine Busse im Liniensystem der Stadtwerke fahren.

Die Hintergründe dieser Arbeitsniederlegungen sind vielschichtig. Die Gewerkschaft Verdi fordert für etwa 9.000 Beschäftigte in Bayern eine Lohnerhöhung von rund 670 Euro monatlich und eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Der Kommunale Arbeitgeberverband hat jedoch die Forderungen als nicht erfüllbar kritisiert und warnt davor, dass höhere Löhne zu höheren Fahrpreisen und einer Reduzierung des Verkehrsangebots führen könnten. Dies ist bereits der zweite Streiktag in Regensburg; am Donnerstag gab es bereits erhebliche Ausfälle.

Streiks im gesamten Nahverkehr

Die Situation in Ostbayern ist nicht isoliert. Auch in Hamburg, wo die Gewerkschaft ver.di einen Warnstreik im Nahverkehr fortsetzt, stehen viele Hochbahn-Busse still. In den Betriebshöfen in Wandsbek, Billbrook und Hammerbrook legten Mitarbeitende die Arbeit nieder. Rund 30 betroffene Buslinien, von denen etwa die Hälfte komplett stillsteht, zeigen die Auswirkungen der Tarifverhandlungen, die noch immer im Gange sind. Ver.di fordert hier eine Lohnerhöhung von 7,5 Prozent, während die Hochbahn kein Angebot vorgelegt hat. Die U-Bahnen fahren zwar wieder, jedoch standen sie am Mittwoch aufgrund der Warnstreiks still.

Die Streiks sind ein Zeichen für die angespannte Lage im gesamten Nahverkehr in Deutschland. Tarifverhandlungen laufen in fast allen Bundesländern, wobei die Warnstreiks Bayern, Hessen und Hamburg betreffen. In Hessen sind Streiks für den 19. Februar angekündigt, insbesondere in Frankfurt, wo Straßen- und U-Bahnen betroffen sind. In vielen Fällen sind die Forderungen der Gewerkschaften darauf ausgerichtet, die Arbeitsbedingungen für etwa 100.000 Beschäftigte im Nahverkehr zu verbessern, darunter kürzere Arbeitszeiten, längere Ruhezeiten und höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit.

Auswirkungen auf den Verkehr

Für Autofahrer könnte die Lage ebenfalls problematisch werden. Das winterliche Wetter erschwert nicht nur den Busverkehr, sondern auch den Autoverkehr. Staus und Verkehrsbehinderungen sind vorprogrammiert, weshalb es ratsam ist, sich über die aktuelle Verkehrssituation zu informieren. Alternativen wie die ADAC Autovermietung, Fahrräder oder E-Scooter könnten eine sinnvolle Option darstellen, um die Mobilität in dieser angespannten Situation aufrechtzuerhalten.

Die aktuellen Warnstreiks sind also nicht nur ein Ausdruck des Unmuts über die Arbeitsbedingungen, sondern sie zeigen auch die Herausforderungen, vor denen der gesamte Nahverkehr in Deutschland steht. Die nächsten Verhandlungen sind für die kommenden Monate angesetzt, und es bleibt abzuwarten, ob eine Einigung zwischen den Beteiligten erreicht werden kann. Weitere Informationen zu diesem Thema sind unter Newstime, NDR und ADAC zu finden.