Der Konsum von Alkohol ist in Deutschland höher als in vielen anderen europäischen Ländern. Um dem entgegenzuwirken, fand am 2. Dezember 2025 eine spannende und lehrreiche Ausstellung zur Alkoholprävention mit dem Titel „Spass ohne Punkt und Koma“ an der Staatlichen Fach- und Berufsoberschule (FOS/BOS) Bad Neustadt a. d. Saale statt. Die Ausstellung richtete sich an Jugendliche der 7. bis 11. Jahrgangsstufen und wurde von Luisa Dietz und Lisa Bonfig vom Gesundheitsamt Rhön-Grabfeld sowie Angelika Martin, einer Schulsozialpädagogin, initiiert. Gemeinsam mit dem Arbeitskreis Suchtprävention und Gesundheitsförderung trugen sie dazu bei, Wissen über die Gefahren des Alkoholkonsums zu vermitteln.

Insgesamt nahmen 380 Schülerinnen und Schüler an dieser Aktion teil. Das Ziel war klar: Die Jugendlichen sollten informiert werden, wie sie einen risikoarmen Umgang mit Alkohol pflegen können. Dabei standen verschiedene Themen im Fokus, angefangen bei den gesetzlichen Grundlagen über die Wirkung von Alkohol bis hin zu den sozialen Drucksituationen, die zum Konsum führen können. Interaktive Elemente wie ein Quiz, das über das legale Mindestalter für alkoholische Getränke aufklärte, sorgten für zusätzliches Interesse.

Ein Blick über den Tellerrand

Unter den Themen der Ausstellung befand sich auch eine Diskussion über die Verkaufsbestimmungen von Schwarzwälder Kirschtorte, die aufgrund des enthaltenen Kirschgeistes erst ab 18 Jahren verkauft werden darf. Diese im Alltag oft übersehene Regelung wurde von den Schülern rege diskutiert und regte zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Alkoholkonsum an. Die Wanderausstellung ist im Besitz des Bayerischen Zentrums für Prävention und Gesundheitsförderung und soll als Modell für ähnliche Projekte in anderen Regionen dienen.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat ebenfalls umfassende Kampagnen zur Alkoholprävention ins Leben gerufen, um den hohen Alkoholkonsum in Deutschland zu senken. Ein herausragendes Beispiel ist die Kampagne „Null Alkohol – Voll Power“, die sich speziell an Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren richtet. Diese Initiativen streben an, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu stärken und den Konsum langfristig zu verringern. Jüngste Erhebungen zeigen, dass der Alkoholkonsum rückläufig ist, doch bleiben die Zahlen besorgniserregend hoch: 2019 konsumierten über ein Drittel der 18- bis 25-Jährigen mindestens wöchentlich Alkohol.

Gemeinsam gegen Sucht

Die BZgA kooperiert mit verschiedenen Einrichtungen und nutzt eine Vielzahl von Kommunikationswegen, um Jugendliche besser zu erreichen. Von sozialen Medien über gut gestaltete Online-Portale bis hin zu klassischen Massenkommunikationsmethoden wie Plakate und Spots – alle Informationen zielen darauf ab, das Bewusstsein für die negativen Folgen des Alkoholkonsums zu schärfen und einen verantwortungsvollen Umgang zu fördern. Zudem werden auch Multiplikatoren wie Eltern und Lehrkräfte mit einbezogen, um eine breitere Wirkung zu erzielen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Programm „Alkoholfrei Sport genießen“, das Sportvereine dazu anregt, den Alkoholgebrauch aktiv zu thematisieren und alternativen Genuss im Sport zu fördern.

Für Jugendliche, die sich aktiv mit dem Thema Alkohol und dessen Folgen auseinandersetzen möchten, gibt es zahlreiche Informationsplattformen wie die Webseite „Wir stehen auf Null Alkohol – Voll Power“ und „Kenn dein Limit“. Diese helfen nicht nur den Jugendlichen selbst, sondern auch ihren Familien und Betreuern, ein besseres Verständnis für die Risiken und Alternativen zu entwickeln.

Die Ausstellung „Spass ohne Punkt und Koma“ ist ein gutes Beispiel für proaktive Maßnahmen zur Suchtprävention und zeigt, wie wichtig es ist, einen dialogorientierten Zugang zu diesem sensiblen Thema zu finden. Das Engagement des Arbeitskreises Suchtprävention und Gesundheitsförderung im Landkreis Rhön-Grabfeld ist ein Schritt in die richtige Richtung, um die kommende Generation für die Gefahren des Alkoholkonsums zu sensibilisieren und einen gesunden Lebensstil zu fördern. Mehr zu den Präventionsangeboten im Landkreis können Interessierte auf der Website www.rhoen-grabfeld.de im Bereich Gesundheitswesen erfahren.