Ein tragisches Verbrechen hat Anfang Juli in Mellrichstadt, Bayern, für Schlagzeilen gesorgt. In einer tödlichen Messerstecherei wurde eine 59-jährige Frau mit acht Stichen in den Hals- und Brustbereich getötet. Der Beschuldigte, ein 45-jähriger Mann und Arbeitskollege der Opfer, hat die Vorwürfe eingeräumt und wurde zwischenzeitlich angeklagt. Laut dem Bericht von MDR gab es keinen vorherigen Konflikt zwischen den beiden, was die Umstände dieses Verbrechens umso verstörender macht.
Der Tatverdächtige befand sich kurz vor der Tat in einer geschlossenen Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses. Seine Mordfantasien hatten sich zwei Wochen vor dem Vorfall deutlich verstärkt. In einem Versuch, seinen aggressiven Drang zu zügeln, griff er zu Drogen. Es wird berichtet, dass er sich auch über seine Taten mit einem Chatbot ausgetauscht hat, was die Komplexität seiner psychischen Verfassung unterstreicht.
Psychische Erklärungen für Gewalt
Ähnliche tragische Vorfälle, wie recent geschehene Amokläufe oder andere Gewalttaten in Deutschland, werfen die Frage nach der Gefährlichkeit von psychisch kranken Menschen auf. Wie der SWR anmerkt, sind tödliche Gewalttaten oft mit psychischen Erkrankungen verbunden. Interessanterweise sind jedoch 96% der psychisch Kranken nicht aggressiv. Studien zeigen, dass 2% der Normalbevölkerung, insbesondere jüngere Männer, zu Gewalttaten neigen; bei psychisch Kranken liegt dieser Anteil bei 4%.
Psychische Erkrankungen erklären rund 15% aller Gewalttaten. Bei Mord- und Totschlagsdelikten kann dieser Anteil sogar zwischen 50% und 90% liegen. Wahnerkrankungen, insbesondere Schizophrenie, stellen ein erhebliches Risiko dar, da sie die Wahrscheinlichkeit für Gewalt erheblich erhöhen können. Schizophrene Menschen mit Tötungsfantasien sind dabei statistisch sieben- bis achtmal gefährlicher als nicht psychotische Personen. Der gleichzeitige Missbrauch von Substanzen erhöht das Risiko für schwere Gewalttaten um das 14-Fache.
Die Folgen für die Gesellschaft
Die Konsequenzen solcher Taten sind nicht nur für die Opfer und Täter verheerend, sondern werfen auch einen Schatten auf die Unterstützungssysteme für psychisch Kranke. Bei einem Drittel der erwachsenen Amokläufer wurde Schizophrenie festgestellt. Wahnvorstellungen können dazu führen, dass solche Menschen in vermeintlicher Selbstverteidigung gewalttätig werden. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit frühzeitiger Interventionen und Behandlungen psychischer Erkrankungen, wie die Berichte über die Zusammenhänge von MDR und SWR aufzeigen.
Wichtig sind Warnzeichen wie düstere Andeutungen oder der Wunsch nach Gewalt, die frühzeitig erkannt werden sollten. Hier kommen die Früherkennungszentren an Kliniken ins Spiel, die Unterstützung bei der Abklärung psychischer Erkrankungen bieten. Es bleibt zu hoffen, dass zukünftige Tragödien wie die in Mellrichstadt durch bessere Präventionsmaßnahmen verhindert werden können.